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Der erste Skilift der Welt

Der Skilift stand in Schollach im Hochschwarzwald, existiert heute aber nicht mehr.

Der Erfinder: Robert Winterhalder (1866 – 1932)

Ab 1904 kamen in den Schneckenhof der Familie Winterhalder – ein Bauernhaus mit Wirtschaft und Pension – Kurgäste. Auch im Winter herrschte, der guten Luft wegen, reger Betrieb. In dieser Zeit breitete sich der Wintersport aus und auch die Kurgäste erfreuten sich am Rodeln und Skilaufen. Insbesondere für die Asthmatiker unter den Gästen war der Aufstieg am Hang je nach gesundheitlicher Verfassung beschwerlich. Dem Land- und Gastwirt Robert Winterhalder fiel dies auf und er sann nach einer Möglichkeit, diesen Gästen den Aufstieg zu erleichtern. Die bereits vorhandene Transmission von der Mühle in die Tenne des Schneckenhofes brachte ihn auf die Idee, eine zweite Transmissionsvorrichtung den Berg hinauf zum Waldrand zu installieren, mit welcher die Gäste bergan gezogen werden konnten. Als Antrieb für die von ihm erfundene "Aufzugshilfe" nutzte Winterhalder die Wasserkraft seiner Mühle vor dem Haus. Bereits vor 1900 hatte er an dieser Mühle die Mechanik so erweitert, dass es möglich wurde, die über das Wasserrad erzeugte Kraft mittels eines endloses Drahtseiles in das Obergeschoss seines Hofgebäudes zu übertragen, wo Heu und Getreide lagerten. Es war ihm schon von jeher zu beschwerlich gewesen, das Getreide erst in seine Mühle und dann das Mehl wieder ins Haus zurück zu tragen. Diese Art der Transmission verwendete er vom Prinzip her ebenso für seinen Skilift.

Der in seiner Zeit verkannte Erfinder hat die Entwicklung des Skisports und der Skilifte nicht mehr erlebt. Aus seinem Patent konnte er keinen Nutzen ziehen. Vergeblich war auch sein Vorschlag an die Hoteliers im Schwarzwald, in dem er eine Rentabilitätsberechnung durchführte: Bei einem Preis von 20 Pfennig pro Auffahrt kam er auf einen jährlichen Reingewinn von 5.400 Mark. Aber noch heute werden Skilifte nach Winterhalder's Prinzip – insbesondere in Bezug auf die fortschrittliche Anhängevorrichtung – gebaut. Schon früh übernahm die heute im Bau von Seilbahnen weltweit bekannte Firma Doppelmayr aus Österreich (Vorarlberg) das Patent von Robert Winterhalder.

Am historischen Lifthang in Schollach steht heutzutage nur noch das alte Mühlenhaus. Zu Wintersportzentren entwickelten sich andere Orte. Das Gebäude ist in der Grundsubstanz wieder hergestellt. Der Original-Antrieb ist noch vorhanden, aber stark restaurierungsbedürftig. Im Schneckenhof kann man mit Klaus Winterhalder, dem Enkel des Erfinders, ausführlich parlieren – und dabei die Zeit vergessen...

freier Eintritt
frei zugänglich / immer geöffnet
01.03.2017 bis 17.12.2017

Karte

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