18. Januar 2018

FIS Snowboard Cross Weltcup am Feldberg: Lokalmatadorin Fischer träumt vom Halbfinale

Die Weltelite der Snowboardcrosser ist beim FIS Snowboard Cross Weltcup vom 2. bis 4. Februar 2018 am Feldberg zu Gast. Mit dabei sind die Lokalmatadoren Paul Berg (SC Konstanz), der in dieser Saison bereits einen Weltcupsieg feiern konnte, und Jana Fischer vom SC Löffingen. Für die 18-jährige Bräunlingerin geht es bereits am kommenden Wochenende beim Rennen im türkischen Erzurum um die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Südkorea.

© Oliver Kraus

Im Interview mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH spricht Jana Fischer über ihre Ziele, die Besonderheiten eines Heimweltcups und den Einsatz ihrer Ellenbogen.

HTG: Frau Fischer, beim Weltcuprennen in Erzurum wird sich an diesem Samstag entscheiden, ob Sie zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang fahren dürfen. Nervös?

Jana Fischer: Momentan ist es noch auszuhalten. Aber wenn am Freitagabend die Qualifikation für den Wettkampf am Samstag beginnt, werde ich vermutlich schon ein bisschen nervöser sein als sonst. Ich versuche jedoch, mich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Natürlich würde ich mich riesig freuen, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Aber wenn es jetzt nicht klappen sollte, habe ich in vier Jahren wieder eine Chance.

HTG: Welche Platzierung muss in Erzurum herausspringen, damit Ihr Olympiatraum sich erfüllt?

Jana Fischer: Das lässt sich nicht genau sagen. Ich muss nach diesem Weltcup auf der Quotenliste des Weltverbands FIS unter den Top 30 sein. Derzeit belege ich Platz 29 – wobei eine der fünf vor mir platzierten Französinnen noch aus der Wertung herausfallen wird, da nur maximal vier Starterinnen pro Nation bei Olympia antreten können. Wenn ich am Freitag die Qualifikation überstehe, sollte es mit den Winterspielen klappen.

HTG: Wie schätzen Sie Ihre Chancen dafür ein?

Jana Fischer: Wenn ich an die zurückliegenden Weltcups vor Weihnachten anknüpfen kann, bin ich zuversichtlich. Körperlich fühle ich mich super, nur mein rechtes Sprunggelenk macht seit einem Sturz im November hin und wieder ein paar Probleme. Beim Snowboarden behindert mich das aber überhaupt nicht.

HTG: Vor einem Jahr haben Sie im Alter von 17 Jahren am Feldberg Ihr Debüt im Weltcup gegeben, eine Woche später holten Sie Silber bei der Junioren-WM – und jetzt ruft schon Olympia. Reiben Sie sich manchmal die Augen, wie rasant es in Ihrer Karriere bergauf geht?

Jana Fischer: Es geht in letzter Zeit schon alles ziemlich schnell. Das ist momentan aber kein Problem für mich, im Gegenteil: Ich genieße es, an die Wettkampforte zu reisen, neue Eindrücke zu sammeln und die vielen Erlebnisse mitzunehmen.

HTG: Vergangenes Jahr überraschten Sie am Feldberg mit den Plätzen 21 und 25. In diesem Winter sind Sie bereits bei zwei Weltcups ins Viertelfinale vorgestoßen. Was haben Sie sich für den kommenden Doppelweltcup im Hochschwarzwald vorgenommen?

Jana Fischer: Ich will auf jeden Fall wieder ins Viertelfinale kommen. Und vielleicht klappt es dann ja auch mal mit der Teilnahme am Halbfinale. Das habe ich mir jedenfalls für die nächste Zeit als Ziel gesetzt.

HTG: Ist es etwas Besonderes, bei einem Weltcup in der Heimat an den Start gehen zu dürfen?

Jana Fischer: Ja, das ist nochmal ein schöneres Gefühl. Meine Familie, viele Freunde und Bekannte werden an der Strecke stehen und zuschauen. Umso schöner ist es, wenn sie dann miterleben, wie ich meine Leistung weiter steigern kann.

HTG: Was zeichnet die Strecke am Feldberg aus?

Jana Fischer: Es ist ein eher kurzer Parcours. Beim Weltcup in Val Thorens im Dezember waren wir in der Qualifikation rund 1:30 Minuten auf der Strecke. Am Feldberg dauern die Läufe hingegen nur 45 oder 50 Sekunden. Mir persönlich liegen kurze und lange Rennen gleich gut.

HTG: Der sogenannte Drop, ein Sprung aus gut zwei Metern Höhe vom Startpodest, ist ebenfalls eine Besonderheit des Parcours am Feldberg.

Jana Fischer: Das stimmt. Ein Drop kam hier 2017 erstmals im Weltcup zum Einsatz. Als ich da zum ersten Mal am Start stand, ging mir schon kurz der Gedanke durch den Kopf: Will ich hier wirklich runter? Ab dem zweiten Start war das aber kein Problem mehr und hat dann richtig Spaß gemacht. Bei den Olympischen Spielen soll in diesem Jahr auch ein Drop am Beginn des Rennens stehen.

HTG: Snowboardcrosserinnen müssen nicht nur schnell sein, sondern sich auch im Kampf Frau gegen Frau durchsetzen können. Wie haben Sie gelernt, auf der Piste die Ellenbogen auszufahren?

Jana Fischer: In den beiden Weltcup-Viertelfinals, in denen ich vor Weihnachten erstmals mitgefahren bin, ist mir das leider nicht so gut gelungen. Ich war vor beiden Rennen ziemlich nervös und konnte nicht die Leistung zeigen, die ich mir erhofft hatte. Grundsätzlich glaube ich aber schon, dass ich ein ganz gutes Durchsetzungsvermögen besitze. Das kann damit zusammenhängen, dass ich mit einem knapp zwei Jahre älteren Bruder aufgewachsen bin. Da ging es für uns beide ständig darum, sich gegen den anderen durchzusetzen. (lacht)

Interview: Matthias Maier

Über Jana Fischer
Die 18-jährige Bräunlingerin startet für den SC Löffingen und wurde 2017 Deutsche Meisterin im Snowboardcross. Ihre ersten Rennen fuhr sie 2012 im Alter von 13 Jahren. 2016 nahm sie an den Olympischen Jugendspielen in Norwegen teil. Vor einem Jahr debütierte sie am Feldberg im Weltcup, eine Woche darauf gewann sie Silber bei der Junioren-WM in Tschechien. Fischer besucht seit 2015 das Skiinternat Oberstdorf, wo sie im kommenden Frühjahr ihr Abitur machen will.

Programm des Weltcups am Feldberg:

•   Freitag, 2. Februar 2018:
10:30 Uhr: Qualifikation Männer (1. Wettbewerb)
13:15 Uhr: Qualifikation Frauen (1. Wettbewerb)

•   Samstag, 3. Februar 2018:
12:00 Uhr: Finale Frauen & Männer FIS Snowboard Cross Weltcup (1. Wettbewerb)

•   Sonntag, 4. Februar 2018:
09:00 Uhr: Qualifikation Frauen & Männer (2. Wettbewerb)
12:00 Uhr: Finale Frauen & Männer FIS Snowboard Cross Weltcup (2. Wettbewerb)

Die Uhrzeiten können ggf. abweichen – aktualisierte Startzeiten sowie alle weiteren Informationen erhalten Sie unter: www.hochschwarzwald.de/weltcup-feldberg
Presse-Akkreditierungen können ebenfalls über diesen Link beantragt werden.

Tickets sind erhältlich in allen Tourist-Informationen der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, telefonisch unter +49 (0)7652/1206-30 sowie bei den Vorverkaufsstellen von Reservix und unter www.reservix.de

Pressekontakt

Herbert Kreuz

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Pressesprecher

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