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Alles so schön glitzerig Familienurlaub mit der Hochschwarzwald Card

Zwei volle Tage reichen, um als Familie im winterlichen Hochschwarzwald mal so richtig auszuspannen. Und trotzdem viel zu erleben. Die Hochschwarzwald Card macht es möglich. 

von Stephanie Streif, 31. Oktober 2014

„Waaaahnsinnslift“... „Keiner mit ollen Bügeln für unter den Po“, so Emil, „sondern einer zum Hinsitzen.“
„Waaaahnsinnslift“... „Keiner mit ollen Bügeln für unter den Po“, so Emil, „sondern einer zum Hinsitzen.“ - © Stephanie Streif

Wir sitzen im Auto. Endlich. Volle zwei schweißtreibende Stunden hat es gedauert, bis die vielen Wollpullis, Strumpfhosen, Badelatschen, Pudelmützen, Schlafanzüge und Comics im Koffer verstaut waren. Plüschhund Schlappe wird am Ende der Packerei auch noch reingequetscht. „Ohne fahr’ ich nicht“, sagt Frieda, die Siebenjährige, zieht eine Schnute und stopft nach, was geht. Das Auto ist bis oben hin voll. Papa, Mama, Frieda, Emil, Skier, Stiefel und die Koffer. Dabei sind es nur zwei Tage. Zwei Tage im Hochschwarzwald, zwei Tage im Schnee.

Mit jedem Kilometer, den wir fahren, fällt ein bisschen Alltag von uns ab. Die Stimmung ist gut. Als beim Hochfahren dann endlich, endlich der erste Schnee zu sehen ist, wird sie noch besser: „boah, das wird ja immer mehr“, ruft Emil, neun Jahre alt. „Alles so schön gliterzig“, findet Frieda. Und schickt noch ein „Blöd, dass es der schöne Schnee nicht bis runter ins Tal schafft“ hinterher.

Ankommen und Loslassen im Hotel „Silberdistel“

In Hinterzarten angekommen, haben auch wir Großen begriffen, dass Urlaub ist. Woran das liegt? Vielleicht an der schneebedeckten Kulisse draußen, vielleicht ist es aber auch unser Hotel, das mit seinen dunklen Holzschindeln und roten Fensterläden so viel Schwarzwaldidylle erzeugt, dass selbst gehetzte Großstädter wie wir endlich loslassen können. Das Ankommen im Hotel „Silberdistel“ geht ganz schnell. Während die Eltern das viele Gepäck ins Haus schleppen, sitzen Emil und Frieda bereits mit der Wirtin im Frühstücksraum und erzählen, wie sie heißen, wie alt sie sind und dass sie zum Skifahren unbedingt hoch auf den höchsten aller Schwarzwaldberge wollen. Die Wirtin Stefanie Schnur hört zu, fragt nach und lacht vor allem viel. „Nett ist die“, erzählen Emil und Frieda, als es die knarzende Holztreppe nach oben in die großen, hellen Zimmer unterm Dach geht.

Ankommen und Loslassen im Hotel „Silberdistel“
Ankommen und Loslassen im Hotel „Silberdistel“ - © Stephanie Streif

Skifahren ganz ohne anstehen

An Ausschlafen ist am nächsten Morgen nicht zu denken. Nach dem Frühstück geht es mit der Hochschwarzwald Card in der Anoraktasche gleich rüber zum Feldberg. Eine knappe halbe Stunde im Auto, dann sind wir da. Wie wir da hinkommen, hat uns Silberdistel-Wirt Reinhard Schnur genau beschrieben. Der Berg hängt im Nebel. Den Kindern ist das egal, sie wollen schnellstmöglich raus aus dem Auto und rauf auf den Hang. Während Mama und Papa vor ihnen knien, Skischuhe und Bindungen zumachen, schauen sie sich um und entdecken am rechten Pistenhang einen „Waaaahnsinnslift“. „Keiner mit ollen Bügeln für unter den Po“, so Emil, „sondern einer zum Hinsitzen.“ Doch weil der kleinen Schwester dieser Lift nicht ganz geheuer ist, geht es zum Warmfahren erst einmal mit dem Schlepplift hinauf. Ganz ohne Anstehen, denn mit der Hochschwarzwald Card lässt sich auch ohne eigens dafür erworbene Liftkarte liften. Einfach mit der Card in der Tasche durch das mit viel Technik ausgestattete Drehkreuz und los geht’s.

Bis in den frühen Nachmittag hinein wird gefahren. Platz genug ist. Allein zum Liftverbund Feldberg gehören 35 Lifte und 61 Kilometer weiß verschneite Piste. Zum Schluss traut sich auch Frieda den Sessellift zu nehmen, bis ganz hinauf zum Seebuck, der immerhin auf einer Höhe von 1450 Metern liegt. Und als sie unten in die Arme ihres Vaters fährt, erzählt sie ihm nicht ohne Stolz, wie sehr der Wind da oben geblasen und an der Liftkabine gerüttelt habe. Nö, Angst habe sie natürlich keine gehabt.

Zum Schluss traut sich auch Frieda den Sessellift zu nehmen, bis ganz hinauf zum Seebuck, der immerhin auf einer Höhe von 1450 Metern liegt.
Zum Schluss traut sich auch Frieda den Sessellift zu nehmen, bis ganz hinauf zum Seebuck, der immerhin auf einer Höhe von 1450 Metern liegt. - © Stephanie Streif

Wissenswertes im Haus der Natur

Eine Portion Pommes mit Mayo macht alle wieder munter. Und neugierig auf mehr: Warum nicht auch noch das unten an der Talstation stehende Haus der Natur besuchen? Kostet ja nichts mit der Hochschwarzwald Card. Und lehrreich ist es allemal. Auch für uns Eltern, die wir dort zum ersten Mal hören, dass der Schwarzwald vor rund 150 Jahren fast komplett abgeholzt wurde, weil die Menschen das Holz zu Holzkohle verarbeiteten. Den Kindern gefällt vor allem der simulierte Flug im Fesselballon. Auf dem Monitor neben dem Ballon sehen sie sich über jede Menge Schwarzwaldgrün hinwegschweben. Auch lustig – der Feldberg-Ranger, der in seinem Hüttchen sitzend jede Menge Wissenswertes über Naturschutz erzählt. Auf Badisch, versteht sich. Und ohne erhobenen Zeigefinger.

Kurz-Trip in Südwestdeutschlands Karibik

Nach einer knappen Stunde in der Ausstellung fangen die Kinder an zu drängeln. Sie wollen weiter. Jetzt. Denn das Allerspaßigste kommt erst noch: das Badeparadies Schwarzwald in Titisee mit seinen 18 Rutschen und einem Schwimmbecken, das, weil es jede Menge Wellen produziert, an den letzten Sommerurlaub am Meer erinnert. Und das mitten im Winter. Mit der Hochschwarzwald Card kostet uns der Kurz-Trip in Südwestdeutschlands Karibik gerade mal ein Drittel des regulären Preises. Wir staunen. Und staunen noch ein bisschen mehr, als wir die bunten, ­ineinander verwickelten Riesenrutschen in der Schwimmhalle hängen sehen. Wir hören nur noch ein „boah“ von unseren Kindern. Dann sind sie weg. Ab und an sieht man sie oben an den Rutschen stehen. Oder besser von einem Bein aufs andere hüpfen. Vor lauter Aufregung. Und kaum sind sie unten angekommen, geht es tap, tap, tap auch schon wieder die Treppe hinauf. Aus einer Rutsche steigen geheimnisvolle Dampfwolken auf, eine andere ist wie eine Halfpipe geformt. Heißt: Erst rutscht man mit den Füßen voraus, dann mit dem Kopf voran wieder zurück. Den Kindern gefällt es. Weil Zuschauen auf Dauer langweilig wird, geht Mutti mal schnell in die Palmenoase zum Wellness machen. Das tut gut. Einfach nur im warmen Wasser liegen und sich durch die blaue Lagune des Badeparadieses treiben lassen. Und weil Entspannen nicht nur faul, sondern auch gesund sein kann, geht es danach noch ins Lithium-Calcium-Becken. Der Mineralien-Mix, so steht es auf einer Tafel am Beckenrand, stärkt sowohl die Seele als auch die Knochen und festigt ganz nebenbei das Bindegewebe. Wenn das nicht praktisch ist. 

Gut drei Stunden später verlassen wir müde das Bad. Hinten im Auto und zugegeben auch vorne wird immer wieder gegähnt, darum ist im Hotel erst einmal Ausruhen angesagt – bei einem Nickerchen und bei vier, fünf Runden Uno. 

Emil und Frieda.
Emil und Frieda. - © Stephanie Streif

Lecker essen im Waldhotel Fehrenbach

Weil unsere Mägen immer lauter „Hunger, Hunger“ knurren, beschließen wir was Ordentliches essen zu gehen. Zum Waldhotel Fehrenbach und seinem mehrfach ausgezeichneten Restaurant „Zur Esche“ geht es ein paar Minuten durch den nachtschwarzen Winterwald. Hat was von Abenteuer, das kurvige Sträßchen entlang und in das nebelige Nichts hinein zu fahren. Aber es lohnt sich: Wir kommen an, nehmen im Gastraum Platz und fühlen uns zwischen Holztäfelung, Kachelofen und Blümchenkissen sofort wohl. Fein geht es hier zu. Kinder sind trotzdem erwünscht. Emil und Frieda finden das Fehrenbach jedenfalls „echt super“. Auch wegen Berit aus der Küche, die ihnen das Spielzimmer zeigt und für sie ein Himmel-und-Hölle-Spiel aus Papier bastelt. Plötzlich ist bei uns Großen Ruhe am Tisch. Was ungewohnt, aber verdammt schön ist. Wir, die Eltern, sitzen da, trinken Wein und genießen. Und genießen noch ein bisschen mehr, als das Essen aus Fehrenbachs Kräuterküche kommt. So lecker alles – die zweierlei Bärlauchsüppchen, das Birnen-Ingwer-Chutney, das Kartoffel-Löwenzahnpüree zum Filet. Und Emils Pfannkuchen! „Mal ehrlich, Mama“, sagt er, „schmeckt sogar besser als bei Omi.“ Und das heißt was. Weil sonst keiner besser als Omi kocht.

Langlauf auf der Knöpfle-Loipe 

Am nächsten Morgen steht wieder Skifahren auf dem Programm. Dieses Mal Langlauf. Papa soll schließlich auch mal mitsporteln dürfen. Langlauflatten und -schuhe haben wir nicht. Dafür aber die Hochschwarzwald Card, die wir beim Skiverleih Thoma nur über die Ladentheke zu schieben brauchen. Perfekt ausgestattet geht es zehn Minuten später auf die 3,3 Kilometer lange Köpfle-Loipe, die gleich hinter dem Feldberger Hof beginnt. Langsam, mitunter etwas wackelig, ziehen wir los. Alles um uns rum ist weiß, denn zwischen all den Tannen hängt anfangs dicker Nebel. Ganz allmählich wird aus dem Laufen Gleiten, nur bei den Abfahrten haut es immer mal wieder einen hin. Egal, aufstehen und weitermachen. Emil führt schnell unseren kleinen Pulk an, manchmal bleibt er stehen, um uns ein „Wo bleibt ihr denn?“ zuzurufen. Ganz plötzlich ist der Himmel so, wie man ihn sich blauer nicht wünschen könnte. Auf einer Lichtung machen wir bei Keksen, Limo und einer Schneeballschlacht darum so was von ausgiebig eine Pause. Dann geht es wieder zurück. Und weil noch Zeit ist und wir die Hochschwarzwald Card haben, klappern wir noch Museen ab. Ist ja umsonst. Emil will unbedingt ins Märklin-Museum in Titisee, Züge schauen. Lange, sehr lange stehen die Kinder mit ihrem Papa vor den modellierten Landschaften hinter Glas, entdecken und fachsimpeln.

Emil will unbedingt ins Märklin-Museum in Titisee, Züge schauen.
Emil will unbedingt ins Märklin-Museum in Titisee, Züge schauen. - © Stephanie Streif

Skimuseum

Das Skimuseum im über 300 Jahre alten, schick hergerichteten Hinterzartener Hugenhof gefällt vor allem uns Großen. Zwischen in Öl gemalten Winterlandschaften von Karl Hauptmann und Franz Eberlin hängt jede Menge antike Skiausrüstung, anhand derer die Geschichte des Skilaufens im Schwarzwald nacherzählt wird. Aber auch multimedial wird viel Wissenswertes besucherfreundlich aufbereitet – zum Beispiel, wie es die Skirennläuferin Christl Cranz in den dreißiger Jahren zur zwölffachen Weltmeisterin gebracht hat oder wie früher Skier aus einfachen Brettern hergestellt wurden. 

Zwei Tage im Schnee haben uns gut getan. Hätte ruhig länger dauern können, unser Kurzurlaub, finden wir. Mehr Skifahren oder noch mal Plantschen gehen, im Menzenschwander Radonbad zum Beispiel. Und die Kinder wären natürlich ach so gerne die 2,9 Kilometer lange Rodelbahn in Todtnau runtergerast oder mit der Belchenbahn auf einen weiteren Schwarzwaldgipfel gegondelt. Aber Urlaub ist ja nur dann entspannt, wenn alles geht und nichts muss. Darum beschließen wir auf der Heimfahrt, einfach mal wieder zu kommen. Mit Kind und Kegel. Und natürlich mit Friedas Hund Schlappe.

Sie ist klitzeklein, hat es aber in sich: Wer sich für mindestens zwei Nächte in einem mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH kooperierenden Hotel, Hof, Gästehaus, Campingplatz oder einer Ferienwohnung einmietet, bekommt dort eine Hochschwarzwald Card ausgestellt. Mit ihr lassen sich über 70 Urlaubserlebnisse genießen, ohne extra dafür bezahlen zu müssen. Wer will, kann sich durch sämtliche Skigebiete des Hochschwarzwaldes liften lassen und sich danach in die warme Brandung des Badeparadies Schwarzwald in Titisee schmeißen. Die Hochschwarzwald Card macht vieles möglich. Pro Übernachtung ist sie jeweils einen ganzen Tag lang gültig. Zum Gesamtpaket gehört auch die KONUS-Gästekarte, ein Freifahrticket für die Busse und Bahnen der Region. 

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