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Ultra Bike 2017 Stefans Hochtag im Schwarzwald

Bereits früh im Jahr 2017 keimte in mir die Sehnsucht nach einer neuen Herausforderung beim Ultra-Bike. Nach zwei Jahren Short Track in Folge musste ein neuer Reiz gesetzt werden. Nach einer ausgiebigen Analyse kam ich zu dem Ergebnis, dass der Power Track über 89 km und 2300 Höhenmeter meinen Wünschen entsprechen könnte.

Zielsetzung übertroffen ein voller Erfolg!
Zielsetzung übertroffen ein voller Erfolg! - ©  Stefan Rombach

Diese Zielsetzung bedeutet auch ein Umdenken in Sachen Vorbereitung. Mit 89 km ist der Power Track mehr als doppelt so lange wie der Short Track. Deshalb war die Trainingsplanung auf längere Touren mit mehr Kilometer ausgelegt. Insgesamt konnte ich von März bis Mitte Juni gut 2000 km im wunderschönen Hochschwarzwald abspulen. Material und Service wurde aus zeitlichen Gründen erneut vernachlässigt.

Am 18. Juni 2017 war es dann soweit. Meine persönliche Zielvorgabe lag bei 5 Stunden für die 89 km. Insgesamt war das allerdings schwer einschätzbar, da mir die meisten Streckenabschnitte völlig unbekannt waren.

Erst einmal abwarten und dann schieben

Um ca. 9:25 startet mein Block in Hinterzarten. Renntaktisch wollte ich erst einmal auf Abwarten fahren. Schön entspannt fuhr ich zügig im Windschatten einiger ambitionierter Fahrer um den Titisee rum Richtung Bärental. Von dort ging es rasant Richtung Geisenhof beim Skilift Schwarzenbach.

Auf die Plätze, fertig, los!
Auf die Plätze, fertig, los! - ©  Stefan Rombach

Hier folgte nun der erste Hammer. Der Anstieg Richtung Farnwitte auf ca. 1200 m war nur ein Vorgeschmack auf das, was die Fahrer noch alles erwarten sollte. Eine brutale, ca. 200 m lange Rampe im Wald verlangte den Fahrern alles ab. Viele mussten zum Ende des extremen Anstiegs vom Bike runter und schieben. Ich konnte dies vermeiden und setzte die Fahrt nach dieser Hammerrampe zügig fort. Bald schon folgte eine tolle rasante Abfahrt Richtung Menzenschwand und Campingplatz Bernau. Hier konnte man es richtig krachen lassen. Doch die Euphorie hielt nicht lange.

Eine der wenigen Abfahrten auf denen man es so richtig laufen lassen kann
Eine der wenigen Abfahrten auf denen man es so richtig laufen lassen kann - ©  Stefan Rombach

Kaiserberg mit kaiserlicher Steigung

Nun kam ein wirklich widerlicher Anstieg Richtung Kaiserberg. Das Tempo im Feld war bereits in der Mitte des Anstieges auf ca. 5-6 km/h gesunken. Die ersten mussten hier schon vom Rad und schieben. Doch dieser gnadenlose Anstieg wurde immer steiler. Mehr und mehr Fahrer stiegen ab. Ich konnte mich noch halten und mit ca. 4 km/h fahren. Doch beim letzten Stück war es dann auch um mich geschehen und ich musste ein kleines Stück laufen. Wobei hier wirklich alle Fahrer schieben mussten.

Die Betriebstemperatur ist schon lange erreicht.
Die Betriebstemperatur ist schon lange erreicht. - ©  Stefan Rombach

Express in Richtung Kirchzarten

Nun ging es weiter und nach noch zwei kleineren Anstiegen wurde man mit einer herrlichen Abfahrt Richtung Todtnau belohnt. Nun stand noch die längste Steigung an und diese hatte es wahrlich nochmal in sich. Vorbei am Todtnauer Ferienland ging es zum legendären „Alpe de Fidlebrugg“. Eine Steigung mit teilweise über 20%. Gefühlte tausend Zuschauer und lautstarke Anfeuerungsrufe trugen einen quasi den Berg hinauf.

Einer der härtesten Anstiege aber genügend Unterstützung
Einer der härtesten Anstiege aber genügend Unterstützung  - ©  Stefan Rombach

Ich spürte dennoch, dass ich mächtig Körner gelassen hatte. Und so wurde die Weiterfahrt nach Knöpflesbrunnen fast zu meinem Scharfrichter. Der Anstieg schien nie zu enden und meine Kräfte schwanden zusehends. Doch ich schaffte es zur Verpflegungsstation Knöpflesbrunnen und hier langte ich so richtig zu und stopfte alles in mich rein was ich zu fassen bekam. Diese hemmungslose Völlerei sorgte für einen wahnsinnigen Energieschub und plötzlich rollte ich wie ein Express in Richtung Kirchzarten. Viele Fahrer die mich Richtung Knöpflesbrunnen überholt hatten konnte ich wieder einkassieren.

Endlich im Ziel nach nur 4 Stunden und 11 Minuten
Endlich im Ziel nach nur 4 Stunden und 11 Minuten

Nach dem letzten harten Anstieg auf einem Feldweg in Hofsgrund war klar: Es ist geschafft. Denn ab hier ging es mit Ausnahme einer kurzen Steigung nur noch bergab Richtung Kirchzarten. Nach 4 Stunden und 11 Minuten erreichte ich absolut zufrieden und erschöpft das Ziel in Kirchzarten.

Der Ultra-Bike zeigte sich in diesem Jahr wirklich von seiner besten Seite: Perfekt organisiert, tolle Strecken, Super Helfer und auch mal gutes Wetten.

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