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Unsere Tentipi-Behausung für die heutige Nacht heißt Paul Luisa Denz und Kerstin Hellers Hochtag im Schwarzwald

Am Hochtag zieht es unsere Mitarbeiter in den schönen Schwarzwald und sie berichten von ihren individuellen und spannenden Erlebnissen.
Hier stellen Luisa Denz und Kerstin Heller ihren Hochtag vor. 

Unsere Tentipi-Behausung für die heutige Nacht heißt Paul, was irgendwie ja vertrauenserweckend klingt.
Unsere Tentipi-Behausung für die heutige Nacht heißt Paul, was irgendwie ja vertrauenserweckend klingt. - © Luisa Denz und Kerstin Heller

Wer Abenteuer sucht und keine Angst vor der puren Natur hat, der ist im Schwarzwald Camp am Schluchsee auch im Winter genau richtig. Was einen dort erwartet, wie kalt die Hochschwarzwälder Nächte tatsächlich sind und was man auf so einen Trip mitnehmen sollte, das haben wir für Sie getestet.

Stoffhase und Zombie Survival Guide. Was kommt mit ?

Luisa: Es ist kurz vor 16 Uhr und ich stehe etwas ratlos vor meinem Schrank: Schlafsack und warme Schuhe sind obligatorisch, doch was könnte ich noch gebrauchen? Handschuhe, Socken, ein Kissen, ein Stoffhase, elektrische Teelichter, ein Topf, Ravioli aus der Dose, Besteck, eine Taschenlampe, Glühwein und zu guter Letzt einen Zombie Survival Guide (man weiß ja nie). Wahllos landen diese Utensilien in meiner Reisetasche und ich warte gespannt auf  Kerstin, die mich kurz vor 17 Uhr abholen wird und vermutlich gerade ähnliche Gedanken hegt.

Kerstin: Puuh, ein ziemlich stressiger Tag scheint noch kein Ende zu finden. Zwar freue ich mich schon wie ein Kleinkind auf die Waldübernachtung, dennoch verlangt so ein Vorhaben eben auch entsprechende Vorbereitung. Während des Spaziergangs mit dem Hund teste ich schon einmal mein Winterkalmotten-Equipment und stibitze meinem Freund anschließend heimlich seinen kuscheligen Army-Daunenschlafsack. So, noch Zahnbürste, Plüschhase, Lesestoff, Stirnlampe, Wienerle und eine angemessene Portion Rothauser Hopfentrunk eingepackt und schon kann´s losgehen.

So weit, so unheimlich

Im SchwarzwaldCamp angekommen werden wir von Raphael Kuner, seines Zeichens Profi Paddler (Kanu, Kajak und SUP), Campbetreiber und Paddletrainer, empfangen. Das Camp, das in einem Waldstück nahe des Schluchseeer Campingplatzes angesiedelt ist, besticht durch Ruhe und zu dieser Jahreszeit auch mit eisigem Charme.

Wir sind die einzigen Gäste und Raphael weist uns vorsichtshalber noch einmal darauf hin, dass wir wirklich alleine sein werden. So weit, so unheimlich. Doch patente Mädels, die wir schließlich sein wollen, nicken wir selbstbewusst und geben uns abenteuerlustig. Unsere Tentipi-Behausung für die heutige Nacht heißt Paul, was irgendwie ja vertrauenserweckend klingt und schnell schon stellen wir fest, dass Paul über sämtliche Annehmlichkeiten, die es im Winter so braucht, verfügt.

Auf der Feuerstelle in der Mitte des Camps entzünden wir ein Feuer, was gar nicht so einfach ist.
Auf der Feuerstelle in der Mitte des Camps entzünden wir ein Feuer, was gar nicht so einfach ist. - © Luisa Denz und Kerstin Heller

Neben kuschligen Betten, die auf einem kleinen Podest errichtet sind, steht hier auch die entsprechende „Nahwärmeversorgung“ (sehr wichtig!) in Form eines Schwedenofens im Zentrum des geräumigen Tipis bereit. Außerdem gibt es einen Tisch mit zwei Stühlen, Töpfe, Geschirr, Gläser und Besteck sowie Holz, eine Öllampe und unzählige Kerzenlichter.

Raphael erklärt uns in Ruhe, wie der kleine aber feine Ofen funktioniert, beschwichtigt unsere Sorgen, versehentlich das Camp abzufackeln und heizt noch eben an, bevor wir schließlich tatsächlich alleine im Wald sitzen. Was also tun? Bevor die Sonne untergeht, werden erste Bilder geschossen und erleichtert festgestellt, dass Paul bereits jetzt schon wohlig warm ist. Mit der Dämmerung kehrt Ruhe am See ein und Paul strahlt dank des lodernden Feuers in seinem ofenförmigen Herzen Ruhe und Behaglichkeit aus.

Auf der Feuerstelle in der Mitte des Camps entzünden wir ein Feuer, was angesichts des eisigen und schneeverwehten Untergrundes gar nicht so einfach ist. Als wir über ausreichend Glut verfügen, grillen wir Würste und Marshmallows am Stock und freuen uns über den Glühwein, den Paul uns auf seinem Ofen offeriert.

Gibt es Werwölfe bei Vollmond?

Die Tatsache, dass Vollmond ist und die Nacht sich als sternenklar und somit hell erweist, nehmen wir zwiegespalten zur Kenntnis. Auf der einen Seite freuen wir uns über die hell erleuchten Wege im Camp, auf der anderen Seite erinnern wir uns daran, dass Vollmondnächte traditionell etwas schauerlich sind. Diese Befürchtung verflüchtigt sich nicht, als der Glühwein seinen Tribut fordert und der Gang zur Toilette unumgänglich wird. Bewaffnet mit Taschenlampe und stoischem Mut machen wir uns also auf in Richtung Campingplatz, dessen sanitäre Anlagen auch dem Schwarzwaldcamp zur Verfügung stehen.

Ein kleiner Fußmarsch ist dafür zwar von Nöten, umso freudiger sind wir, als sich die Sanitäranlagen als sauber, warm und wirklich komfortabel erweisen. Zurück im Camp stellen wir erleichtert fest, dass Paul noch steht und wir noch immer nicht von Werwölfen angefallen wurden. Im Zelt herrscht indes gemütliche Behaglichkeit. Wir sitzen am Tisch, albern rum und bemerken, dass der Romantikfaktor mit entsprechender Begleitung durchaus gegeben wäre. So aber kommen sich zwar unsere Plüschhasen in romantisch installierter Pose im warmen Schein des Feuers näher, wir hingegen sitzen am Tisch und sprühen vor ausgelassener Abenteuerglückseligkeit und sinnieren über die Möglichkeiten der Einrichtung eines Tipi-Home-Office.

Es wird Zeit fürs Bett, inmitten der Natur etwas früher als gewöhnlich, kriechen wir in unsere Schlafsäcke.
Es wird Zeit fürs Bett, inmitten der Natur etwas früher als gewöhnlich, kriechen wir in unsere Schlafsäcke. - © Luisa Denz und Kerstin Heller

Als es Zeit fürs Bett wird, was inmitten der Natur und unter Mithilfe des Glühweins etwas früher als gewöhnlich der Fall ist, kriechen wir in unsere Schlafsäcke und überhäufen uns mit den vorhandenen Decken und Fellen.

Gründlich eingeheizt!

Vorsorglich hatten wir im Vorfeld den Holzvorrat aufgestockt und beschließen, dass immer der, der zufällig wach wird, Holz nachlegt. Zufällig werden wir jeweils beide einmal wach, sodass das Feuer bis morgens um fünf für heimelige Wärme sorgt. Von Kälte keine Spur! Im Gegenteil, eher aufgeheizt als frierend schlafen wir himmlisch in dieser sternklaren Nacht. Als am nächsten Morgen emsiges Gelächter zu hören ist, stellen wir mit Erstaunen fest, dass es bereits 8.30 Uhr ist – und es jetzt zwar merklich kühler im Tipi – aber keineswegs kalt ist. Das Lachen entpuppt sich als vorlaute Ente, die keineswegs vor unserer Behausung – sondern auf dem See fröhlich vor sich hin schnattert. Einen Kaffee später sind unsere Lebensgeister hergestellt und schätzen uns glücklich, weder gefressen, ermordet oder anderweitig zu Schaden gekommen zu sein. Im Gegenteil: Eine einmalige Nacht, bei wunderbarem Vollmondglanz und behaglichem Schlaf liegt hinter uns, sodass wir spontan überlegen, uns den Winter über im Wald-Camp anzusiedeln.

Luisa Denz und Kerstin Heller erkunden den Hochschwarzwald. Als Reaktionsgespann des Hochschwarzwald Kuriers sind sie stets neuen Trends auf der Spur und zeichnen mit Worten ein buntes Bild der heimischen Gefilde.
Luisa Denz und Kerstin Heller erkunden den Hochschwarzwald. Als Reaktionsgespann des Hochschwarzwald Kuriers sind sie stets neuen Trends auf der Spur und zeichnen mit Worten ein buntes Bild der heimischen Gefilde. - © Luisa Denz und Kerstin Heller

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