translate translate

Sprudel! Zisch! Rausch! Die 7 schönsten Wasserfälle des Hochschwarzwalds

Kann man von zu viel Wasser einen Rausch kriegen? Man kann! Denn die Schwarzwälder Wasserfälle sind vielleicht klein, deren Schönheit dafür aber umso berauschender.

von Patrick Kunkel, 26. Januar 2016

Es duftet nach Erde, nach Tannennadeln, nach Feuchtigkeit – und davon gibt es reichlich in der Ravennaschlucht!
Es duftet nach Erde, nach Tannennadeln, nach Feuchtigkeit – und davon gibt es reichlich in der Ravennaschlucht! - © Patrick Kunkel

Überall auf der Welt stürzen Wassermassen aus schwindelerregender Höhe in die Tiefe. Zugegeben: Die Dimension der Hochschwarzwälder Fälle ist im globalen Ranking eher überschaubar – was die  hiesigen Wasserfälle nicht weniger faszinierend macht. Und wunderschön sind sie, die Schwarzwälder Katarakte, Kaskaden und Wasserfälle! Manche der kleineren und größeren Exemplare verstecken sich in schwer zugänglichen, bizarren Schluchten, zwischen moosigen Felsbrocken und dichtem, wilden Wald. Andere lassen sich bestens auf gut gepflegten, Schwarzwälder Wanderwegen besuchen. Und egal, wo man gerade im Schwarzwald unterwegs ist, irgendwo gurgelt, sprudelt und zischt es immer. Hier eine Auswahl der schönsten Wasserfälle im Hochschwarzwald.

1. Zweribachfälle

Im verwunschenen Bannwald Zweribach
Im verwunschenen Bannwald Zweribach - © Patrick Kunkel

Im Herrgottswinkel des Schwarzwalds gibt’s eine Ecke, die ist so wild, steil und urwüchsig wie kaum eine andere im Hochschwarzwald. Der verwunschenen Bannwald Zweribach liegt in einem felsigen Steilhang zwischen Plattenhof und dem Simonswälder Tal. Der Zweribach hat hier in Jahrhunderten ein schroffes, schattiges Tal in den Hang genagt. Die Felsen sind bemoost, umgestürzte Bäume rotten vor sich hin, riesige, nackte Wurzelteller ragen knorrig in die Luft. Die über 40 Meter hohem Zweribachfälle erreicht man nur über einen steilen, steinigen und wunderschönen Wanderweg. Wer sich den Weg von der Platte hinab- oder von Wildgutach hinaufmüht, wird es nicht bereuen. Der Zweribach fällt über drei Stufen (acht Meter, drei Meter und 15 Meter), der Wanderweg führt direkt an der sprühenden Gischt vorbei – und wenn man schonmal da ist, lohnt sich ein Abstecher zu den nahen, noch weniger bekannten Hirschbachfällen. 

2. Wutachschlucht

Der Tannegger Wasserfall ist die wohl bekannteste Kaskade der Wutachschlucht. Über 15 Meter tief fällt das Wasser über moosige Wände aus Kalktuff, die bizarr geformt und immer noch im Wachsen begriffen sind. Das funktioniert so: Das kalkhaltige Wasser rieselt durch das Moos. An dessen feinen Blättchen lagert sich das Kalk ab. Die Moosblätter sterben irgendwann ab und verotten. Übrig bleibt luftiger Kalkstein. Ein prima Baustoff – aber Mitnehmen ist natürlich verboten. Etwas weiter schluchtaufwärts fällt ebenfalls eine Menge Wasser über dick mit Moos bewachsenen Tuffstein: Der Wasserfall an der Schelmer Halde ist ein wunderschöner Schleierwasserfall.  

3. Lotenbachklamm

Die enge Lotenbachklamm zieht einen schon nach wenigen Schritten in ihren Bann.
Die enge Lotenbachklamm zieht einen schon nach wenigen Schritten in ihren Bann. - © Patrick Kunkel

Die enge Lotenbachklamm zieht einen schon nach wenigen Schritten in ihren Bann: Nur für kurze Zeit fällt Sonnenlicht in die Furche, die der Lotenbach – ein Zufluss der Wutach – ins Gestein genagt hat. Im Halbschatten gedeihen hellgrüne Moose und Farne, der Bach sprudelt wild und fällt über mehrere Stufen hinab Richtung Wutach und wohin man blickt sieht man ein Gewirr aus Granitbrocken, umgestürzten, alten Baumstämmen, verrottend und mit Flechten überzogen. Knorrige, bemooste Äste ragen wie spindeldürre Finger aus dem Waldpelz hervor. Die Lotenbachklamm ist ein 1,5 km langer Seitenarm der Wutachschlucht. Brücken, Treppen und schmale Pfade erschließen die Klamm und sind ein Abenteuer für sich. 

4. Gauchachschlucht

Die Gauchachschlucht wirkt wie eine Miniaturausgabe der Wutachschlucht.
Die Gauchachschlucht wirkt wie eine Miniaturausgabe der Wutachschlucht. - © Patrick Kunkel

Schon das Schild am Einstieg der bedeutendsten Nebenschlucht der Wutach verspricht Abenteuer: „Vorsicht!“ steht da „Begehung der Schlucht nur mit entsprechender Vorsicht möglich!“ Der schmale Pfad ist steinig, oft auch feucht und glitschig, aber abwechslungsreich wie nur wenige Wanderstrecken. Die Gauchachschlucht mit ihren senkrechten Felswänden, den bizarren Felsformationen und etlichen kleinen Wasserfällen und Katarakten wirkt wie eine Miniaturausgabe der Wutachschlucht – nur ist hier viel, viel weniger los. Durch ihre Wucht und Beharrlichkeit haben einige der höheren Wasserfälle  tiefe Tosbecken in den Bachgrund gehobelt, auf gut alemannisch „Gumpen“ genannt, in denen man sogar richtig schwimmen kann!

5. Ravennaschlucht

Es duftet nach Erde, nach Tannennadeln, nach Feuchtigkeit – und davon gibt es reichlich in der Ravennaschlucht!
Es duftet nach Erde, nach Tannennadeln, nach Feuchtigkeit – und davon gibt es reichlich in der Ravennaschlucht! - © Patrick Kunkel

Moospolster hängen wie lange Bärte von Felsen und von Baumstämmen. Es duftet nach Erde, nach Tannennadeln, nach Feuchtigkeit – und davon gibt es reichlich in der Ravennaschlucht! Direkt hinter dem Eisenbahnviadukt beim Hofgut Sternen liegt der Eingang zur Schlucht, einem schmalen Seitental des Höllentals. Holzstege, Brücken und steile Treppen führen schluchtaufwärts, immer ganz nah an dem wilden Ravennabach entlang, der über viele Kaskaden und Wasserfälle strömt und sprüht und mit seiner Kraft im Laufe der Jahrhunderte die schroffe Klamm geschaffen hat. Die beiden größten Wasserfälle in der Schlucht sind der große Ravenna-Fall mit sechszehn und der kleine Ravenna-Fall mit sechs Metern Fallhöhe.

6. Fahler Wasserfall

Der Fahler Wasserfall gilt als kleiner Bruder des Todtnauer Wasserfalls.
Der Fahler Wasserfall gilt als kleiner Bruder des Todtnauer Wasserfalls. - © Patrick Kunkel

Der Fahler Wasserfall gilt als kleiner Bruder des Todtnauer Wasserfalls. Das Wasser des Rotenbachs stürzt über 40 Meter und mehrere Fallstufen (die obere fünfzehn, die untere zehn Meter) in das Trogtal des Schwarzaldflusses Wiese. Der Fahler Wasserfall naturbelassen und seit vielen Jahren durch Wanderwege und Brücken erschlossen, das macht es einfach, diesem Kleinod einen Besuch abzustatten: Ein perfekter Ort, um die Füße ins kalte Wasser zu tauchen und ein feines Hochschwarzwälder Vesper zu genießen. Er ist Teil des Wasserfallsteigs, der vom Feldbergpass bis zum Todtnauer Wasserfall führt. 

7. Todtnauer Wasserfälle

Auf dem Wasserfallsteig kann man ein perfektes Wanderwochenende mit Kindern verbringen
Auf dem Wasserfallsteig kann man ein perfektes Wanderwochenende mit Kindern verbringen - © Patrick Kunkel

Immerhin: Der Todtnauer Wasserfall ist der zweithöchste Wasserfall außerhalb der Alpen. Er liegt: Mitten im Hochschwarzwald. Er stürzt: 97 Meter zu Tal. Und ist damit: Einer der höchsten Naturwasserfälle Deutschlands. Was sich herumgesprochen hat. Und so besuchen über 500.000 Menschen pro Jahr den wirklich laut tosenden Wasserfall. Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, auch wenn der Parkplatz in der Nähe und der Wanderweg auf dem Weg zum Wasserfall manchmal grenzwertig voll sind. Denn: Touristische Erschließung hat ja auch Vorteile. Man kann bis zum Fuß des Wasserfalls schlendern, dort befinden sich große rote Panoramabänke, auf denen man gemütlich und in aller Ruhe dem lauten Getöse lauschen kann, das der in zwei Stufen über ein gewaltiges Granitmassiv hinabschießende Stübenbach im fast freien Fall verursacht.

zum nächsten Reisebericht

Hochschwarzwald Tourismus Feedback Feedback geben