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Wenn im Wald der Wecker klingelt Magischer Winterwald Teil 4

Anfang März werden die Tage wieder länger, auf den Berghöhen beginnt es zu tauen. Schneeglöckchen und Krokusse läuten die wärmere Jahreszeit ein: Der Wecker klingelt sozusagen. Das Bild stimmt wirklich: Bäume verfügen tatsächlich über eine Art innere Uhr, die ihnen mitteilt, wann es an der Zeit ist, den Winterschlaf zu beenden.

von Birgit-Cathrin Duval, 25. Oktober 2016

Im Frühling erwacht alles Leben im Wald. Früh morgens ertönt der Gesang der Vögel, am Waldboden keucht und fleucht es.
Im Frühling erwacht alles Leben im Wald. Früh morgens ertönt der Gesang der Vögel, am Waldboden keucht und fleucht es. - © Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Raus aus den Federn

Tatsächlich ist es das Licht, das den Bäumen signalisiert, sich den Schlaf aus den Augen zu reiben, und sich um die neue Blattwerk-Generation zu kümmern. Licht und Wärme sind wortwörtlich gesprochen treibende Faktoren, damit es zur Knospenbildung kommt.

Auch die Waldbewohner freuen sich über die wärmeren und heller werdenden Tage. Igel, Siebenschläfer, Fledermäuse, Feldmäuse und Hamster werden durch ihren aktiv werdenden Stoffwechsel aus dem Winterschlaf geholt. Eichhörnchen, Rehe, Schwarzwald, Gämsen und Auerwild, beenden ihre Winterruhe und machen sich auf die Suche nach neuer Nahrung.

Es ist eine sensible Zeit für Wald und Tiere, die sich erst einmal behutsam an den neuen Lebensrhythmus gewöhnen müssen. Schließlich wird niemand gern um 5 Uhr plötzlich aus dem Schlaf gerissen, um wenige Minuten später Höchstleistungen zu erbringen.

Die Eichhörnchen beenden ihre Winterruhe und beginnen bereits im Januar und Februar mit der Paarungszeit. Nach einem Monat wirft das Weibchen bis zu fünf Junge, die über zwei Monate im Nest gesäugt werden.

Es ist eine sensible Zeit für Wald und Tiere, die sich erst einmal behutsam an den neuen Lebensrhythmus gewöhnen müssen.
Es ist eine sensible Zeit für Wald und Tiere, die sich erst einmal behutsam an den neuen Lebensrhythmus gewöhnen müssen. - © Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Schmetterlinge im Bauch

Je nach Witterung beginnt im März die Balz des Auerhuhns, die bis in den Juni andauern kann. Auerhähne sind während dieser Zeit sehr empfindlich. Wer sie aufschreckt und in die Flucht treibt, verhindert schlimmstenfalls die Paarung, was beim vorm Aussterben bedrohten Auerwild fatal ist.

Rehe, die im Winter hauptsächlich von ihren Reserven zehrten, freuen sich an jungen Blättern und Nadeln und legen in den kommenden Monaten etliche Kilos an Gewicht zu.

Im Frühling erwacht alles Leben im Wald. Früh morgens ertönt der Gesang der Vögel, am Waldboden keucht und fleucht es. Buschwindröschen, Märzenbecher und Schlüsselblumen sorgen für erste Farbkleckse im sonst noch blätterlosen Wald. Mit der zunehmenden Tageslänge fahren die Bäume ihren Wassertransport hoch und wandeln die im Herbst eingelagerte Stärke wieder in Glukose um. Der Baum schaltet auf Turbo und treibt den Saft von den Wurzeln in die Äste – jetzt können die Knospen sprießen. Der faszinierende Kreislauf im Wald beginnt von neuem.

Magischer Winterwald Teil 1
Magischer Winterwald Teil 2
Magischer Winterwald Teil 3

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