Gasthaus Ahorn: Kulinarisches mit Tradition Inhaber Frank und Rainer Benz laden mit ihren Familien zum Verweilen ein.

Saftige Steaks, saisonales Gemüse und ein traumhafter Blick über seichte Hügel und Täler erwartet die Besucher des Gasthauses Ahorn in Schwärzenbach im Hochschwarzwald. Inhaber Frank und Rainer Benz laden mit ihren Familien zum Verweilen ein.

von Daniela Conrady, 06. August 2019

Rainer und Frank Benz
Rainer und Frank Benz  - © Gasthof Ahorn

Saftige Wiesen, naturbelassene Bäche und dichte Wälder sind für dieses Fleckchen Erde typisch. Auf rund 1.000 m liegt Schwärzenbach, ein Ortsteil von Titisee-Neustadt. Dort in den Streusiedlungen, die charakteristisch für diese Landschaft sind, ist seit mehreren hundert Jahren der Ahornhof beheimatet. Ersten Aufzeichnungen zufolge befand sich bereits im 14. Jahrhundert an dieser Stelle eine Gaststätte. Reisende mit ihren Pferden bekamen hier die Möglichkeit, auf der Route zwischen St. Peter und Friedenweiler zu rasten.

Heute bieten die Brüder Frank und Rainer Benz an dieser Stelle Urlaubern, Ausflugs- und Stammgästen traditionelle Schwarzwälder Küche. Von der hausgemachten Rinderroulade über Rinderzunge, Schweinebäckle bis hin zu Kalbsgulasch und Steaks bestehen die Gerichte aus regionalen Zutaten und das Fleisch größtenteils aus der eigenen Rinderzucht. „Unser Betrieb ist heute auf drei Säulen aufgebaut. Eine davon ist das Gasthaus, die zweite der landwirtschaftliche Betrieb und seit kurzem die Ferienwohnungen als dritte Säule“, sagt Frank Benz.

Gasthaus mit langer Tradition

Dass die Brüder mal in die Fußstapfen ihrer Mutter, ihres Onkels und der Großeltern treten würden, war nicht immer klar. Beide mussten erst ihre eigenen Wege gehen: Frank zum BWL-Studium nach Stuttgart und Rainer zur Ausbildung als Koch nach Titisee. „In der Ferne wurde uns klar, dass wir hierhergehören und die Familientradition fortsetzen wollen“, so Benz. 2010 übernahmen sie dann den Hof von ihrem Onkel, der ihnen weiterhin – wie ihre Mutter – mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie machen den Hof, auf dem sie quasi aufgewachsen sind und jetzt ihre Kinder herumtollen, mit neuen Ideen und viel Herzblut fit für die Zukunft. Mit den neu gebauten Ferienwohnungen sind sie bereits einen Schritt in diese Richtung gegangen. Seit jeher ist jedoch das Herzstück des Ahornhofs das Gasthaus. Rund 150 Gäste finden im Haupt- und Nebenraum Platz, weitere 35 im Biergarten. Ganz gleich ob drinnen oder draußen, bei Familienfeiern oder an Festtagen – die Brüder Benz bieten ihren Gästen eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. „Wir sind ein Familienbetrieb. Viele Stammgäste kommen seit Jahren. Mein Onkel steht auch heute noch gern hinter dem Tresen und kennt viele persönlich“, beschreibt Benz das Zusammenspiel der Generationen. Auch ihre Mutter ist als gute Seele weiterhin mit von der Partie und ist „überall dort zur Stelle, wo es brennt“. Die Brüder teilen sich die Aufgaben: Rainer kocht und Frank ist für die Gäste verantwortlich. Um die Rinder allerdings kümmern sie sich gemeinsam.

Das Gasthaus Ahorn um 1900
Das Gasthaus Ahorn um 1900 - © Gasthof Ahorn

„Entstunkener“ Kuhstall

Der Ahornhof ist ein für den Schwarzwald typisches Wohnstallhaus. „Um 1700 wurde das Ursprungsgebäude abgerissen und das heutige errichtet“, weiß Benz.  Die tragende Konstruktion ist immer noch erhalten und steht unter Denkmalschutz. „2018 haben wir den Kuhstall in das sogenannte ‚Kuhstallstübli‘ verwandelt. Dort finden nun weitere 45 Personen Platz“, so Benz. Um die besonderen Gebäudeelemente zu erhalten, musste ein Zimmermann ihn ‚entstinken‘. Das heißt die gesamte Außenwand, bestehend aus Holzbohlen, wurde abtragen, gereinigt, getrocknet und wieder angebracht. Eine weitere Besonderheit ist die Winterhalder Uhr im Gastraum. Neben dem Kachelofen hat sie seit über 100 Jahren ihren angestammten Platz. „Zur Hochzeit unserer Ururgroßeltern wurde die Standuhr mit einem Hochzeitsziffernblatt versehen und aufgestellt, bis dahin nahm sie allerdings einige Umwege. Nachdem sie in Schwärzenbach hergestellt wurde, sollte sie in England verkauft werden. Als dies aus unbekannten Gründen nicht klappte, kehrte sie in die Heimat zurück“, erzählt Benz.

Kuhstallstübli
Kuhstallstübli - © Gasthof Ahorn

Von der Milchwirtschaft zur Mutterkuhhaltung

Rund 30 Vorderwälder-Rinder gehören jetzt zum landwirtschaftlichen Betrieb des Ahornhofs. „2010 haben wir von der Milchwirtschaft auf die Mutterkuhhaltung umgestellt und einen sogenannten Laufstall mit viel Licht, frischer Luft und genügend Platz gebaut“, berichtet Benz. Ausschließlich mit Gras und Heu werden die Tiere gefüttert. Sechs Monate stehen sie auf der 20 Hektar großen Weide. Im Alter von 10 bis 20 Monaten werden die Rinder, die nicht zur Nachzucht genutzt werden, geschlachtet. „Nachhaltigkeit ist uns wichtig“, unterstreicht Benz. „Auch bei der Schlachtung.“ Die nahgelegene Metzgerei Fritz übernimmt dies für die Benz-Brüder. „Der kurze Weg dorthin minimiert den Stress der Tiere. Außerdem beschäftigt sich dort nur eine Person mit der Schlachtung. Beides sind Faktoren, die die Qualität des Fleisches beeinflussen“, so Benz.

Weidende Kühe
Weidende Kühe - © Gasthof Ahorn

Ruhe und Gelassenheit

„Wir sind hier geboren. Wir schätzen die Natur, die gute Luft und die Ruhe“, so Benz. Ob Winter oder Sommer – jede Jahreszeit hat seinen besonderen Reiz im Hochschwarzwald. An klaren Tagen reicht die Sicht vom Gasthaus nicht nur bis zum Feldberg und zum Hochfirst, sondern sogar bis zu den Schweizer Alpen. Erholung pur: Diese Art der Entschleunigung genießen die Benz-Brüder am liebsten gemeinsam mit ihren Familien, wann immer sie dazu Zeit finden. Dienstag bis Donnerstag ist das Gasthaus Ahorn geschlossen, an allen anderen Tagen heißen die Familien Benz ab 11 Uhr ihre Gäste herzlich willkommen.

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