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Schokoglück in Hochschwarzwald Tannenzäpfchen und Kuckucksuhren aus braunem Gold

Schokolade im Hochsommer – das ist für Lisa Rudiger keine Frage. „Na klar schmeckt das, es kommt nur auf die Sorten an“, sagt sie und verkauft in ihrer kleinen Chocolaterie in Neustadt während der heißeren Monate Sommerlich-Frisches, wie zum Beispiel zitronige Pralinen, Caipirinha- und Pina-Colada-Trüffel oder Erdbeer-Schokolade.

von Stella Schewe-Bohnert, 14. März 2017

Lisas Liebe zum Hochschwarzwald spiegelt sich in ihren Werken wieder.
Lisas Liebe zum Hochschwarzwald spiegelt sich in ihren Werken wieder.

Auf die Schokolade gekommen ist die junge Unternehmerin im Hotel „Palace“ im schweizerischen St. Moritz, wo sie nach ihrer Ausbildung zur Patissière in Titisee-Neustadt und der anschließenden Meisterprüfung Erfahrungen sammelte. „In der Schweiz war Schokolade ein großes Thema“, erzählt sie. In dem noblen Hotel sei viel Wert auf Dekoration gelegt worden, immer wieder hätten sie und ihre Kollegen Schaustücke aus Schokolade angefertigt, „einfach nur zum Anschauen, die wurden dann später wieder eingeschmolzen.“

Zurück in die Heimat

Dennoch kehrte sie dem berühmten Ort nach nur einer Saison wieder den Rücken und kam nach Neustadt zurück: „Es zieht einen dann doch wieder in die Heimat.“ Was ihr gefehlt hat? Die Menschen! „Dieses Menschliche hier, der Kontakt untereinander, das hat man da nicht, da ist jeder so für sich.“ Lisa Rudiger ist in Neustadt aufgewachsen, hier kennt sie Land und Leute. „Ich bin gerne wieder zurück“, sagt sie.

Auch das Wetter findet Lisa Rudiger toll:

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„Wir haben hier ganz tolle Winter mit viel Schnee und unsere Sommer sind nicht so heiß – für meine Schokolade ist das sehr hilfreich.“

" Lisa Rudiger

Wenn sie Zeit mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern verbringt, dann sind sie draußen in der Natur: laufen zur Hochfirstschanze, radeln im Sommer mit den Kindern im Fahrradanhänger rüber an den nahen Titisee oder suchen im Herbst Kastanien im Wald – der Hochschwarzwald sei einfach immer schön. „Wenn ich mir vorstelle, ich wäre in der Großstadt, wo geht man denn da hin?“

Ein Ort, der ihr besonders am Herzen liegt, ist Waldau mit seinem kleinen, familiären Skilift. „Da waren wir schon als Kinder gerne, oft auch alleine, haben Pommes gegessen, man hat uns gekannt.“ Auch mit ihrem Gast aus der SWR-Fernsehsendung „Kaffee oder Tee“, in der sie einmal im Monat auftritt, war sie schon dort. „Vielleicht ist das mein Ort. Da sind wir im Winter eigentlich immer sonntags.“

Irgendwo anders gibt’s schon alles, aber hier noch nicht

„Uns gefällt‘s hier einfach“, sagt die Schokoladenliebhaberin. „Und wir sind die einzige Chocolaterie hier. Irgendwo anders gibt’s schon alles, aber hier hat die Stadt Bedarf an unserem Betrieb.“ Auch die Räumlichkeiten sprechen für den Verbleib in der Heimat. Anfangs hat Lisa Rudiger ihr süßes Hobby nämlich in der elterlichen Garage ausgelebt. Dort richtete sie sich ein kleines Pralinenzimmer ein und startete mit dem Verkauf. Jedes Jahr sei dann ein kleines Stückchen dazugekommen: „Ich musste ja erstmal schauen: Lohnt sich das, rentiert sich das?“ Als das –  trotz der nicht ganz zentralen Lage in der Unterstadt – immer mehr der Fall war, arbeitete sie zunächst nur noch halbtags im Parkhotel Adler in Hinterzarten. Vor sechs Jahren dann wagte sie den Sprung in die Selbständigkeit, kündigte ihren festen Job und konzentrierte sich ganz auf ihre Chocolaterie. Aus dieser ist inzwischen ein großer Laden geworden, in dem Lisa Rudiger drei Mitarbeiterinnen beschäftigt. „Anderswo wäre es sicher schwierig, Produktion und Verkauf an einem Ort zu haben“, sagt sie.

Familie und Job unter einem Dach

Auch die eigene Wohnung befindet sich in dem Haus – was das Vereinbaren von Arbeit und Familie für die Rudigers erleichtert. Der Arbeitstag beginnt früh: Um 7 Uhr bringt Lisa Rudiger ihre Kinder in den Kindergarten, um 7.20 Uhr startet die Schokoladenproduktion. Sie arbeitet bis 14.30 Uhr, holt dann die Kinder ab und verbringt mit ihnen den Nachmittag. Abends zieht sie sich des öfteren nochmals in ihr „Pralinenzimmer“ zurück.

Spezialisiert hat Lisa Rudiger sich – in Erinnerung an ihre Zeit in St. Moritz – auf kunstvolle Schokoladen-Figuren. Was immer sich ihre Kunden auch wünschen, die leidenschaftliche Patissière macht‘s möglich, formt Figuren aus Marzipan und überzieht sie mit Schokolade: vom Schwarzwälder Bollenhut über die einsame Insel mit Boot und Palme oder Gebiss samt Zahnbürste für einen Zahnarzt bis hin zum Schlagzeuger oder den Ferrari als Gutschein für einen Wochenend-Trip. „Die Chefin macht alles“, sagt ihre Mitarbeiterin und verpackt einen Schoko-Taucher vorsichtig in Klarsichtfolie. Ihre zweite Leidenschaft gilt Trüffeln: 35 Sorten hat sie im Sortiment: Johannisbeer-Chili, Kaffee, Nougat, Cappuccino, Grand Manier Orange, Eierlikör, Bratapfel oder – ganz heimatlich – der Schwarzwald-Trüffel mit Kirschwasser. Auch die kleinen Schoko-Kuckucksuhren oder die beliebten „Tannenzäpfchen“, mit Kirschwassercreme gefüllte Pralinen in Tannenzapfenform, spiegeln ihre Liebe zum Hochschwarzwald wider.

Ohne diesen wäre Lisa Rudigers Erfolgsstory kaum vorstellbar. 

Heimat ist für mich...

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„wenn ich mich rundum wohl fühle – mit der Umgebung, den Menschen, einfach mit allem.“

" Lisa Rudiger

 Gut zu wissen

Für alle die das Schokoglück selbst testen möchten:
Chocolaterie Lisa
Schützenstraße 8
79822 Titisee-Neustadt
Tel.: 07651/5177
www.lisas-chocolaterie.de

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