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In die Stube gehört ein Ofen Auf der warmen Ofenbank Teil 6: Tannenmühle

Der prachtvolle Kachelofen im Gasthaus Tannenmühle ist echte Handwerkskunst, gebaut von Hochschwarzwälder Ofensetzern. Nur ganz echt ist er nicht, denn die Wärme kommt aus der Zentralheizung im Keller.

von Patrick Kunkel, 10. Dezember 2014

Der Ofen in der der großen Stube der Tannenmühle ist ein echter Hingucker!
Der Ofen in der der großen Stube der Tannenmühle ist ein echter Hingucker! - © Patrick Kunkel

Die Tannenmühle in Grafenhausen liegt ein bisschen ab vom Schuss in einem Tal, ringsum Wald, wie sich das für den Namen auch gehört. Bis ins Jahr 1954 wurde dort Getreide gemahlen: „In den 60er-Jahren fingen meine Eltern mit der Gastronomie an“, erinnert sich Tannenmühlenwirt Guido Baschnagel: „Das ging mit vier Tischen in der Stube los. Und damals war hier eine Kuscht drin, wo man sich auf zwei Etagen hinliegen konnte. Nebendran war der große Ofen. Aber beides ist schon lange weg.“

Ein muss in jeder schwarzwälder Gaststube

Heute zieht die Tannenmühle viele Tagesgäste an, die wegen der guten Küche und vor allem der Forellen aus eigener Zucht kommen. Der Ofen in der der großen Stube ist ein echter Hingucker, wurde aber erst vor ein paar Jahren neu eingebaut, „weil in eine Schwarzwälder Gaststube nun einmal ein Kachelofen gehört“, sagt Guido Baschnagel:

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„Einheizen tun wir schon lange nicht mehr, aber Kachelöfen sind Teil unserer Schwarzwälder Tradition.“

" Guido Baschnagel

Der prachtvolle Ofen ist echte Handwerkskunst, gebaut von Hochschwarzwälder Ofensetzern, die handgefertigte Kacheln benutzt haben, auf denen die Wappen Badens und Grafenhausens eingelassen sind.

Über allem thronen Lampen und Trachtenstatuen aus Keramik. Der Ofen sieht zwar sehr traditionell aus, verkörpert aber eher den hypermodernen Typus Kachelofen: „Geheizt wird zwar noch mit Holz, allerdings von der Hackschnitzelheizung im Keller aus. Innen im Ofen sind Wärmeschlangen, die an der Zentralheizung angeschlossen sind“, erklärt Guido Baschnagel. Die Romantik geht da zwar ein bisschen flöten – warm ist der Ofen aber trotzdem und die Suppe schmeckt. „Früher, wenn man von draußen reingekommen ist, da hat man sich aufgewärmt, hat seine Socken, Kleidung, alles was kalt und nass war, über das Gestänge am Ofen gehängt“, sagt der Mühlenwirt: „Selbst das Mittagessen hat man im Ofenloch warm gestellt.“ Die Zeiten sind in der Tannenmühle lange vorbei.

Auf der warmen Ofenbank Teil I
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Auf der warmen Ofenbank Teil III
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Auf der warmen Ofenbank Teil V
Auf der warmen Ofenbank Teil VII

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