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Reisemagazin

5 Sommerwanderungen mit Badestopp Tauchgang!

Schön: Wandern im Sommer! Noch schöner: Touren mit Badestopp! Vor allem, wenn die Sonne wieder so richtig vom Himmel brennt.

von Patrick Kunkel, 27. Januar 2016

Nach steilem Anstieg in die moorig braunen Fluten gleiten - wunderbar!
Nach steilem Anstieg in die moorig braunen Fluten gleiten - wunderbar! - © Patrick Kunkel

Es gibt ein Wundermittel gegen heiß gelaufene Wanderfüße: Baden gehen. Im Hochschwarzwald gibt es dieses Mittelchen im Überfluss – und gratis obendrein: rauschende Bergbäche, tosende Wasserfälle, einsame Waldseen.  Wer es etwas geordneter mag, kann sich im Anschluss an eine hitzige Wandertour in einem der luftigen Hochschwarzwälder Freibäder oder Naturbadeteichen abkühlen – aber mit Aussicht!

1. Jägersteig

Tolle Aussicht und reichlich Wasser: Der Jägersteig
Tolle Aussicht und reichlich Wasser: Der Jägersteig - © Patrick Kunkel

Erst stromern auf dem Schluchseer Jägersteig – und dann ab ins kühle Nass: Der Jägersteig ist als Genießerpfad zertifiziert und wenn man nicht nur ein zünftiges Hochschwarzwälder Vesper einpackt, sondern auch noch Badeklamotten für den Sprung in den kühlen Schluchsee am Ende der Tour, dann gibt’s sogar Genuß hoch 3! Die Wanderung startet und endet in Schluchsee. Sie dauert etwa drei Stunden und ist 11 Kilometer lang – viele schmale Pfade, viele Aussichten und am Ende reichlich Wasser: Was will man mehr im Sommer?

2. Rundweg um den Windgfällweiher

Schön - und schön erfrischend: Der Windgfällweiher
Schön - und schön erfrischend: Der Windgfällweiher - © Patrick Kunkel

Schön ist er ja, der Windgfällweiher. Und schön erfrischend obendrein. Leider liegt er aber auch direkt zwischen der Bundestraße und dem Damm der Dreiseenbahn und daher dringt während meiner kurzen Tour um den See auch das ein oder andere mehr oder weniger laute Verkehrsgeräusch an meine Ohren – doch geschenkt! Dafür ist man eben auch schnell da. Der (beschilderte) Seerundweg um den Windgfällweiher ist schön zu laufen und schön kurz: Höchstens eine Dreiviertelstunde brauche ich, um auf federndem, mit Tannennadeln bedecktem Waldboden eine Runde zu drehen. Das Strandbad mit seinen Retro-Umkleiden ist der perfekte Ort, um einen heißen Sommernachmittag zu verbummeln.

3. Mystischer Weg zum Mathisleweiher

Am Mathislehof kann man sich mit allerlei leckeren Bauernhofprodukten eindecken
Am Mathislehof kann man sich mit allerlei leckeren Bauernhofprodukten eindecken - © Patrick Kunkel

Mystisch. Geheimnisvoll. Romantisch. Der Mathisleweiher bekommt so allerlei Attribute verpasst, dabei ist er schlicht ein Moorsee in den Bergen. Nicht ganz zwei Hektar groß, zwischen dichten Wäldern gelegen und von Hinterzarten aus nur zu Fuß erreichbar. Vielleicht finden ihn deshalb so viele Menschen „romantisch“ - weil einfach wenig los ist. Es ist einfach wunderbar, durchgeschwitzt nach einem Anstieg in der Sommerhitze, in die moorig-braunen Fluten zu gleiten. Die Wandertour ab Hinterzarten hat es jedenfalls in sich, vor allem an heißen Tagen. Denn zu Beginn wollen erst einmal Höhenmeter bezwungen werden: Der Pfad steigt steil an, ist schön steinig und wurzelig, doch dann geht es ein Stück über offene Weide – mit schönen Ausblicken, aber auch wenig Sonnenschutz: „Am Anfang war es blöd, meine Beine haben weh getan“, sagt meine Tochter Maja: „Dann war die Sonne so warm und deswegen war die Wanderung so mittelgut. Aber am Ende war sie toll, weil wir dann am See waren und jetzt bin ich wieder gut gelaunt.“ So kann man das sehen!

Das braune Moorwasser fühlt sich samtweich an, wenn man ins Wasser gleitet: „Das Wasser war super“, meint Maj: „Das sah so dreckig aus, so braun. Aber es war gut zum Baden. An manchen Stellen war es warm und an anderen war es ein bisschen kalt. Ich fand das alles gut, weil dann konnte ich mich auch abkühlen.“ Sogar Fische schwimmen im Mathisleweiher. Die Rundwanderung auf die Oberzartener Höhe ist knapp 10 Kilometer lang und dauert gut zweieinhalb Stunden. Am Mathislehof kann man sich mit allerlei leckeren Bauernhofprodukten eindecken und im Wald auf den dicken Moospolstern zwischen den mächtigen Granitbrocken ein Nickerchen machen. „Der Rückweg ist nicht so anstrengend,“ erklärt Maja: „Weil wir da im Wald und im Schatten sind. Und der Weg ist auch gut.“

4. Baden in Kaskaden

Badestopp im Zweribach
Badestopp im Zweribach - © Patrick Kunkel

Im verwunschenen Bannwald Zweribach fallen die über 40 Meter hohen Zweribachfälle über drei Fallstufen bergab. Der Bergbach hat ganze Arbeit geleistet und ein schroffes, nur schwer zugängliches Tal geschaffen. Die Kinder lieben diese wilde Tour! Vom Plattenhof gibt es eine schöne Rundwanderung: der felsige Steig ist mit Geländern und an manchen Stellen mit Stahlseilen gesichert. Wir kraxeln den steilen Weg bergab, der entlang der zerfurchten Halde führt. Der Fels unter den Füßen ist glitschig und nass, umgestürzte Bäume rotten vor sich hin, riesige, nackte Wurzelteller ragen knorrig in die Luft. Eine große Tanne ist abgeknickt wie ein Streicholz, der tote Wipfel ruht auf moosigen Felsen. Seit 1970 sind Säge und Axt aus dem Wald verbannt und das Werden und Vergehen in dieser abgelegenen Ecke des Hochschwarzwalds ist seither der Natur überlassen. Der Wanderweg führt direkt an der sprühenden Gischt vorbei. Über den mittleren Fall des Zweribachs, wo das Wasser rauscht und spritzt, führt eine eiserne Brücke. Zeit für ein Bad!

5. Badweiher St. Märgen

900 Meter hoch: Das Naturbad St. Märgen.
900 Meter hoch: Das Naturbad St. Märgen. - © Patrick Kunkel

Knapp 900 Meter hoch im Hochschwarzwald liegt das Naturbad auf den sonnigen Höhen von St. Märgen. Ein Geheimtipp ist es längst nicht mehr, überlaufen aber auch nicht. Doch ehe wir in das reine Bergquellwasser eintauchen, drehen wir eine Runde durch den Pfisterwald, in dem das Naturbad liegt. Der struppige Schwarzwälder Bergmischwald im Kleinformat ist gerade mal einen Quadtratkilometer groß und war für die St. Märgener schon immer ein bisschen Kurgarten - wenn auch einer der eher unordentlichen Art. Ich streife mit den Kindern durch den dichten Wald, in dem Buchen, Tannen und Fichten aller Altersklassen beisammen stehen. Außerdem gibt es einen Waldlehrpfad mit insgesamt 17 Stationen. Während wir Erwachsenen das Ökosystem Wald kennen lernen, toben die Kinder durchs Unterholz – und dann ab ins Wasser! 

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