translate translate

Die 3 besten Touren am Schluchsee Wandern rund um den Schluchsee

Der Schluchsee ist der größte See im Schwarzwald und ist auch ein beliebter Ort zum Baden. Doch auch Wanderliebhaber kommen hier auf ihre Kosten.

von Patrick Kunkel, 22. April 2016

Der Pfad durch Wald zum Bildstein hinauf war knochentrocken, und oben, auf der felsigen Kuppe, ließ ich mir weniger Zeit als sonst.
Der Pfad durch Wald zum Bildstein hinauf war knochentrocken, und oben, auf der felsigen Kuppe, ließ ich mir weniger Zeit als sonst. - © Patrick Kunkel

1. Steig mit Charme und Weitblick

Mein Tipp: Von der Bootsanlegestelle Aha mit dem Rundfahrtschiff zur Vesper im Unterkrummenhof!
Mein Tipp: Von der Bootsanlegestelle Aha mit dem Rundfahrtschiff zur Vesper im Unterkrummenhof! - © Patrick Kunkel

Der Jägersteig ist meine ungeschlagene Lieblingstour am Schluchsee: Nicht zu lang, nicht zu kurz. Nicht zu flach, aber auch nicht zu viele Höhenmeter. Dazu die meiste Zeit auf schmalen Pfaden mit Charme und Aussicht. Erst ein bisschen Wald, dann ein bisschen Wiese und dann wieder: Wald. Viel Wald! Und zum Schluss in den Schluchsee springen. Genau das richtige, für einen heißen Sommertag! Das geht dann so: Vom Seeufer aus stapfen wir früh am Morgen über einen mit knorrigen Wurzeln gespickten Pfad durch den schattigen Bergwald. Plötzlich weitet sich der schmale Zickzackpfad zu einer offenen Fläche. Kniehohes Gras streichelt unsere Beine und wir kraxeln die letzten Meter zum Bildstein hinauf. Eine Gruppe gut gelaunter und feixender Wanderer aus dem Kölnischen hat sämtliche Sitzbänke in Beschlag genommen: Kompaktkameras knipsen und ehrfürchtige Kommentare machen die Runde: Wie schön doch die Aussicht sei. Wie mühsam der Anstieg. Und, ach, wie lang noch der Weg! Wir grinsen uns zu und genießen den weiten Blick über den in der Sonne glitzernden Schluchsee, der unerschütterlich da unten im Tal liegt. Auf dem alten Grenzweg stapfen wir auf den Ahaberg und weiter zum Hanselefelsen. Inzwischen ist uns richtig warm geworden auf dem schmalen Pfad – doch zurück geht es zum Glück nur noch am flachen Uferweg See entlang. Oder in den See hinein! Mein Tipp: Von der Bootsanlegestelle Aha mit dem Rundfahrtschiff zur Vesper im Unterkrummenhof am gegenüberliegenden Seeufer fahren!

Info
Start: Aha Strecke: Unteraha – Bildstein - Ahaberg – Hanselefelsen – Stutz – Schluchsee – Amalienruhe – Seeuferweg - Aha Länge: 11,3 Kilometer (Hinweis: Die offizielle Strecke startet in Schluchsee und verläuft in gegensätzlicher Richtung)

2 . Große Windgfällrunde

Der Pfad durch Wald zum Bildstein hinauf war knochentrocken, und oben, auf der felsigen Kuppe, ließ ich mir weniger Zeit als sonst.
Der Pfad durch Wald zum Bildstein hinauf war knochentrocken, und oben, auf der felsigen Kuppe, ließ ich mir weniger Zeit als sonst. - © Patrick Kunkel

Der Windgfällweiher ist ein idyllischer kleiner Waldsee – so idyllisch und so klein, dass der Seerundweg leider schon vorbei ist, ehe er überhaupt angefangen hat: Höchstens eine Dreiviertelstunde brauche ich, um auf dem traumhaft federnden, mit Tannennadeln bedeckten Waldboden eine Runde zu drehen. Grund genug, die Tour um, sagen wir mal, schlappe 10 Kilometer aufzupeppen. Was eine feine Halbtagestour ergibt, die am Windgfällweiher startet, durch den schattigen Kohlwald zum Schluchsee führt und mit dem Bildstein einen wunderschönen Höhepunkt erreicht. Und am Ende kommt man wieder am Windgfällweiher mit seinem kleinen, feinen Strandbad heraus – was an heißen Tagen genau das Richtige ist. Auf meiner letzten Tour an einem brütenden Julitag wurde mir ziemlich schnell ziemlich warm, der Pfad durch schattigen Wald zum Bildstein hinauf war knochentrocken, und oben dann, auf der kahlen, felsige Kuppe, ließ ich mir viel weniger Zeit als sonst, um die Aussicht über den Schluchsee zu genießen – dafür brannte die Sonne zu sehr und kurz darauf stapfte ich ausgedörrt über eine lauschige Lichtung: Dumm, wenn man die Wassserflasche im Auto liegen lässt! Zum Glück hatte ein netter Nachbar an verdurstende Wanderer gedacht: Am Wegrand stand ein blauer, mit kaltem Wasser und vor allem allerlei Getränken gefüllter Eimer, auf dem grünen Stuhl daneben die dazu gehörende Blechkasse samt handgekritzelter Preisliste: Kirschwasser und Tannenzäpfle ließ ich lieber im Behelfskühlschrank stehen. Aber eine Flasche Wasser war genau richtig! Ein bisschen Strecke fehlte ja noch bis zum Windgfällweiher. Aber dann: Rein ins Strandbad!

Info
Start: Parkplatz am Windgfällweiher Strecke: Seerundweg Windgfällweiher – Kohlwald – Lachenrütte - Aha – Schluchtensteig via Bildstein bis Fischbach – Holzmatten – Kähnermoos – Länge: 13,5 Kilometer

3. Zwei Seen sehn!

Plötzlich weitet sich der schmale Zickzackpfad zu einer offenen Fläche.
Plötzlich weitet sich der schmale Zickzackpfad zu einer offenen Fläche. - © Patrick Kunkel

Früh aufstehen? Lohnt sich! Nicht nur, weil man so der schlimmsten Hitze des Tages ein Schnippchen schlägt, sondern weil die verschwiegene Morgenstimmung am Schluchsee und den dichten Wäldern, die ihn umgeben, etwas ganz Besonderes ist. Als wir von Aha aus auf dem Uferweg Richtung Äulemer Kreuz laufen, da liegt die Seeoberfläche noch ruhig und tiefdunkel da. Ab und zu schwappt das Wasser gluckernd gegen das Ufer. Und dann dämmert es. Die Schattenrisse ringsum verwandeln sich allmählich in Bergketten und in Wälder. Feiner Dunst schwebt über der Seeoberfläche. Der Wald duftet würzig, frisch und feucht nach Morgen – und dann beginnt die Symphonie der Waldvögel. Ganz exklusiv für uns. Das ist es auch, was diese Tour für mich so reizvoll macht: Alleine im Wald sein, bloß die Geräusche der Natur zu hören, die Farbenspiele der Morgensonne zwischen den dichten Baumreihen zu genießen und die weiten Blicke über den See.
Der Aufstieg zum Zweiseenblick (1292 Meter) zieht sich hin. Ehrlich: Es gibt spannendere Pfade, aber in diesem Moment liebe ich diesen breiten Forstweg, weil man darauf ganz gleichmäßig, fast meditativ vor sich hinstapfen und die Welt genießen kann, ohne auf jeden Schritt achten zu müssen. Und weil sich das Ziel lohnt: Der Zweiseenblick ist eine Felsengruppe in einem struppigen Hochmoor. Ein Bohlenpfad führt mitten hindurch. Vom Zweiseenblick schauen wir zum Titisee und zum Schluchsee. Und dann geht es nur noch bergab.

Info
Start: Wanderparkplatz Aha/Seeufer Strecke: Aha – Äulemer Kreuz - Farnwitte – Hochkopfhütte - Zweiseenblick – Bärhalde - Kohlwald – Lachenrütte – Aha Länge: 16,6 Kilometer

zum nächsten Reisebericht

loader
loader
Hochschwarzwald Tourismus Feedback Feedback geben