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Ohne Schuppen leicht dahingleiten Hochschwarzwälder Langlaufkunde, Teil II: Der Langlaufski

Die Ski schaben mal wieder kratzend in der Spur, auch bergab geht es nur langsam voran. Alle anderen gleiten vorbei. Warum bloß sind die so schnell? Vielleicht liegt's am Schuppenski? Alte Schwarzwälder Loipenhasen bevorzugen klassische Wachsski. Mit gutem Grund. Langlauf-Experte Gerd Süssbier erklärt mir die Unterschiede zwischen Schuppe- und Wachsski und meint: „Mehr Mut zum Wachs!“

von Patrick Kunkel, 04. Dezember 2014

© Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Stirbt der Wachsski aus?

Nein, definitiv nicht. In den letzten fünf Jahren ist sogar ein Revival der klassischen Technik und des Wachskis zu beobachten. Auch junge Athleten haben den Reiz des Klassischlaufens wieder entdeckt.

Dennoch hat's der Wachsski schwer... Wieso?

Wer heute als Langlaufneuling ein Sportgeschäft betritt, kommt zu 99 Prozent mit einem Schuppenski wieder heraus. Und mit der Gewissheit, ein Rundumsorglos-Paket erworben zu haben.  Nach den ersten Langlauftagen wird er zunächst die Aussagen des Fachverkäufers bestätigt finden: Der Schuppenski verhält sich gutmütig in der Spur und greift im Anstieg perfekt. Aber bei dem ersten kalten Wintertag mit Neuschnee werden bei den etwas ambitionierten Läufern und Läuferinnen Fragezeichen aufkommen. Wie machen das andere Langläufer, dass sie in leichten Abfahrten nicht mit den Stöcken schieben müssen und sogar auf Flachstrecken leicht dahingleiten, während man selbst aus dem Stapfen nicht rauskommt? Einfache Antwort: Sie nutzen Wachsski. Der Schuppenski läuft in aller Regel deutlich schlechter und ein echtes Langlaufgefühl kommt nicht auf. Das gibt es nur mit Wachsski.

Aber Wachsen soll ja eine Kunst sein, die nur schwer erlernbar ist?

Das hängt von den Schneeverhältnissen ab. Sind die eindeutig, also gibt es zum Beispiel durchgehend Pulverschnee bei Minusgraden, ist es ganz einfach. Den passenden unter fünf oder sechs verschiedenen Sorten Steigwachs auftragen und in wenigen Minuten ist der Ski präpariert.  Damit ist man jedem Schuppenski deutlich überlegen. Anders ist es, wenn unterwegs trockener Pulverschnee und Nassschnee wechseln oder bei Neuschnee um Null Grad. Dann ist die Wachserei tatsächlich schwierig und auch Profis greifen dann zur Schuppe.

Was also tun?

Vor allem mehr Mut zum Wachs haben! Mit der Zeit wird man auch schwierigere Schneeverhältnisse meistern. Und wer es sich leisten kann, sollte tatsächlich zwei paar Ski haben: ein paar Wachsski für einfache Verhältnisse und unbeschwertes Laufen und ein paar Schuppenski oder auch Skatingski für Wechselschneetage. Damit "fahre" ich schon seit vielen Jahren prima.

Hochschwarzwälder Langlaufkunde, Teil I: Anfangen
Hochschwarzwälder Langlaufkunde, Teil III: Die Stöcke
Hochschwarzwälder Langlaufkunde, Teil IV: Das Skiwachs
Hochschwarzwälder Langlaufkunde, Teil V: Die richtige Spur 

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