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Schneeflöckchen, Weißröckchen Welcher Schnee ist der beste?

Fluffig, flockig oder lieber fest und griffig oder gar nass und pappig ... Welcher Schnee darf’s denn sein? Das haben wir an einem knackig kalten Wintertag Menschen auf dem Feldberg gefragt.

von Stella Schewe-Bohnert, 23. Oktober 2017

FEIN
STAUB
Sonnenaufgang auf dem Feldberg
Sonnenaufgang auf dem Feldberg - © Hochschwarzwald Tourismus GmbH
"Steig ein, ich bin der Conny!" - © Patrick Kunkel
Der Loipenfahrer

Seit 16 Jahren räumt Conny Gröbler während der Wintermonate mit seinem Pistenbully an die 120 Kilometer Strecke rund um den Feldberg frei: Langlaufloipen ebenso wie den Kinderlift oder die Zufahrten zu den Hütten. Mit der Arbeit beginnt der 40 Jahre alte Loipenfahrer um drei Uhr nachts! „Mein absoluter Favorit ist frischer Pulverschnee: fluffig, fein und weich. Mit dem kann ich einfach am besten arbeiten, er lässt sich leicht verschieben. Wenn ich mit dem Bully fahre, staubt der Schnee weit über diesen hinaus und hüllt ihn in kürzester Zeit in ein weißes Gewand – die beheiz-baren Scheibenwischer und Fenster werden dann zur wichtigsten Fahrzeugausstattung. Außerdem wabert und schwappt die Schneerolle vor dem Räumschild wie eine Welle vor sich hin. Löcher auf den Wegen oder Loipen lassen sich damit gut auffüllen und ich kann schöne, ebene Trassen für die Langläufer bauen. Wenn der Schnee dagegen schon alt und buckelhart ist, dann müssen wir ihn mit der Maschine auffräsen. Das ist hart für Mensch und Maschine, da tut mir dann nach getaner Arbeit das Kreuz weh. Aber nachts alleine durch die schneebedeckte Landschaft zu fahren, das macht einfach super Spaß!“

© Stella Schewe-Bohnert
Die Skilehrerin

Elke Rodrigues ist Geschäftsführerin der Skischule Thoma am Feldberg. Die 50-Jährige war früher Skirennläuferin, 1985 wurde sie beste deutsche Läuferin. Vor 17 Jahren stieg sie als Skilehrerin ein, vor sieben Jahren übernahm sie die Skischule, unterrichtet aber immer noch gerne.
„Am liebsten mag ich Pulverschnee, der ist einfach herrlich zum Skifahren, da fliegt man förmlich über den Schnee. Am liebsten ist er mir, wenn er 20 Zentimeter tief und unpräpariert ist, nicht gespurt, einfach nur weich und locker. Darin kann man die Ski super bewegen. Für die Skikurse finde ich eine frisch präparierte und griffige Piste herrlich. Da kann man so richtig schön hinunter-carven und Speed geben. Das Griffige, das hat mir auch als Rennläuferin immer am besten gelegen. Wenn der Schnee sulzig ist, wird es dagegen schwierig und gefährlich, da kann man sich schnell das Knie verdrehen oder die Knochen brechen.“

© Armin Bohnert
Die Hüttenwirte

Rainer und Brigitte Oberle betreiben gemeinsam mit ihrem Sohn die Seebuck-Hütte an der Talsta-tion des Feldbergs. Die gemütliche Einkehrmöglichkeit ist schon seit den 1980er-Jahren in den Händen der Familie.
„Schnee ist für uns als Hüttenwirte ganz wichtig – die Art spielt dabei allerdings keine so große Rolle, da haben wir keine Präferenzen. Ganz egal welcher Schnee, Hauptsache, Wintersport ist möglich, dann kommen die Leute auch zu uns in die Hütte. Je zufriedener die Skifahrer, desto bes-ser für uns. Es muss einfach schön weiß sein, die Tannen eingeschneit, so ein richtiges „Winter-Wonderland“. Dann sitzen die Menschen gerne bei uns in der Hütte und schauen raus. Schwierig für uns sind große Mengen: Wenn es in der Nacht oder auch am Tag mal eben einen halben Meter Schnee hinwirft, dann kommen wir aus unserer Hütte nicht mehr hinaus. Auch für unser Personal ist das schwierig. Dann kann es schon sein, dass wir hier mal eine Nacht verbringen. Aber das kommt selten vor, ansonsten gilt: Hauptsache Schnee!“

© Sebastian Schröder-Esch
Der Förster

Achim Schlosser ist der Förster am Feldberg, oder – so sein offizieller Titel – „Fachkraft für Wald-pädagogik und Umweltbildung“ am Haus der Natur. Er ist 38 Jahre alt, verheiratet, hat vier Kinder und wohnt in Hinterzarten. Den Wald rund um den Feldberg erkundet er zusammen mit seiner Hündin Inka. „Aus Förster-Sicht muss ich erst mal sagen, welchen Schnee ich gar nicht mag: Näm-lich wenn es zu früh schneit, schon im Oktober zum Beispiel, und der Schnee nass ist, das ist ganz gefährlich. Denn zu diesem Zeitpunkt haben die Laubbäume noch ihre Blätter, bieten somit viel Oberfläche, der Schnee kann gut liegenblieben, und dann brechen die Äste wegen der schweren Last ab. Schneebruch nennt man das, da entstehen schnell relativ große Schäden. Spannend finde ich es, wenn es im Winter immer mal wieder frisch schneit. Dann kann ich die Tierspuren nämlich gut sehen und deuten. Frischer Schnee auf dem Waldboden kommt einem weißen Blatt Papier gleich, das beschrieben wird und auf dem ich als Förster gut lesen kann. Einmal habe ich auf einer Tour sogar die Spuren einer Jagd unter Tieren gesehen: Ich konnte sehen, wie ein Fuchs einen Ha-sen gejagt und auch, wie er ihn schließlich eingeholt und gefangen hat; da waren nämlich Schleif-spuren im Schnee und auch ein paar Tropfen Blut – so etwas ist aus Förster-Sicht natürlich span-nend. Durch den Schnee bekommt man einen Einblick in das, was nachts so passiert im Wald. Vom nassen Schnee im Herbst mal abgesehen, finde ich es generell gut, wenn es im Winter viel schneit. Denn wenn der Schnee im Frühjahr dann schmilzt, nimmt der Boden viel Feuchtigkeit auf und der Wald hat einen guten Start in die trockeneren Sommermonate.“

© Schneeschuh Akademie
Der Schneeschuhwanderer

Thomas Hilpert ist Inhaber der „Schneeschuh Akademie“ in Hinterzarten. Zusammen mit seiner Partnerin und vielen engagierten Guides bietet er im Hochschwarzwald geführte Schneeschuh-Touren an: von der leichten Panoramatour mit Kaffeeklatsch bis zur herausfordernden Vier-Gipfel-Tagestour. „Das Schöne am Schneeschuhwandern ist: Man ist extrem unabhängig. Klar: Schnee benötigen wir, aber wir können bei jeder Art von Schnee unterwegs sein und brauchen keinen halben Meter Neuschnee, um loszulaufen. Auch fester Schnee ist kein Problem, da die Schnee-schuhe ja Krallen haben, die sich im Schnee festhaken. Uns ist egal, ob er pappt oder nicht, alt ist oder frisch, wir haben immer Freude am Draußen-Sein. Und gehen natürlich auch bei Tiefschnee los, dann ist es halt ein bisschen anstrengender.“

© Stella Schewe-Bohnert
Der Liftbetreiber

Andreas Thoma ist der Herr der Lifte. Der 53-jährige Maschinist beim Liftverbund Feldberg wacht darüber, dass die Sesselbahn auf den 1.450 Meter hohen Seebuck rund läuft und die Skifahrer si-cher ein- und aussteigen können. Seine Schicht in dem kleinen Maschinenraum am Fuße des Ber-ges dauert von sieben Uhr morgens bis sechs Uhr abends.
„Ideal ist es, wenn wir eine gute Unterlage haben und es dann frisch schneit: 40 bis 50 Zentimeter Pulverschnee obendrauf, so richtig schöner Powder, das finde ich herrlich! Für die Gäste ist es am besten, wenn die Piste gut präpariert ist: plan und leicht zu fahren. Dann haben wir hier weder auf der Piste noch beim Liften Probleme.“

© Stella Schewe-Bohnert
Die Snowboarderin

Larissa Bergmann ist mit ihrem Snowboard aus Karlsruhe an den Feldberg gekommen. Sie ist 30 Jahre alt und steht am liebsten auf Brettern – auch Surfen gehört zu ihren Hobbys.
„Unter meinem Snowboard hab’ ich am liebsten Pulverschnee: Ganz frisch, trocken und fluffig soll er sein, dann fühlt sich das Snowboarden an wie Surfen. Ich belaste dann auch anders: Normaler-weise belastet man beim Boarden vorne, aber wenn ich im Tiefschnee fahre, dann belaste ich hin-ten, genau wie beim Surfen. Am liebsten mag ich so richtig schön viel Schnee, aber leider gibt’s das gar nicht so häufig.“

© Armin Bohnert
Die Kinder

Moritz und Michel, neun und sieben Jahre alt, sind mit ihrem Papa aus Ettlingen an den Feldberg gekommen: eigentlich zum Snowboarden, doch vorher müssen die Jungs noch ein paar Schneebäl-le formen. „Also eisiger Schnee, das geht gar nicht. Weich muss er sein, und wenn ich ihn zusam-mendrücke, dann muss er fest und pappig werden“, erklärt Moritz. „Genau“, ergänzt Michel, „er muss so ein bisschen matschig sein, damit es hält. So kann ich Schneebälle formen und die werfe ich dann auf meinem Bruder.“

© Armin Bohnert
Die Winterwanderer

Christine und Walter Graf aus Hinter¬zarten sind passionierte Schneewanderer. Das Ehepaar lebte 35 Jahre lang in der Schweiz und ging regelmäßig Skifahren. Heute sind die beiden 83 Jahre alt und im Winter noch immer jeden Tag im Schnee unterwegs – inzwischen zu Fuß.„Heute ist der Schnee wunderbar. Körnig, aber nicht rutschig oder flutschig, einfach tipptopp. Wir laufen mit unseren Skistöcken jeden Tag eine Stunde, man muss sich ja bewegen. Am schönsten ist es, wenn es frisch geschneit hat, dann ist die Welt so schön und sauber. Und dann kann man im Wald überall die Tierspuren sehen, von Rehen, Füchsen, Mardern oder Hasen. Wir haben den Schnee einfach gerne.“

© Stella Schewe-Bohnert
Der Skilangläufer

100 Kilometer in drei Tagen – Jens Puchta ist mit Langlaufskiern auf dem Fernskiwanderweg von Schonach zum Belchen unterwegs, dem längsten Skiwanderweg im Schwarzwald. Der 51-Jährige kommt aus Sauerlach südlich von München und macht mit seiner Partnerin im Hochschwarzwald Urlaub. „Eigentlich komme ich mit allen Arten von Schnee klar. Aber am schönsten ist es, wenn die Loipe glatt ist und der Schnee nicht pappig. Wenn es über null Grad hat, dann wird es eher schwie-rig. Ideal sind drei bis vier Grad minus und eine schöne, glatte Loipe, dann lässt es sich herrlich cruisen. Hier am Feldberg ist die Loipe gut gespurt: der Schnee glatt und griffig, nicht zu fest, in der Mitte eine Skater-Spur – perfekt für den letzten Abschnitt unserer Tour!“

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