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Warm im Winterwald Das perfekte Outfit, um Wind und Wetter zu trotzen

Wo Schnee auf Fichten trifft und eisiger Wind auf rote Wangen – da ist Winterwald. Ruhend und dennoch voller Leben, so präsentieren sich die heimischen Wälder zur kalten Jahreszeit. Wer die passende Kleidung hat, muss Minusgrade nicht scheuen. Und wird bei einer Reise in den Urzustand mit außergewöhnlichen Erfahrungen belohnt.

von Luisa Denz, 02. Oktober 2017

Winter
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Wintermantel
Wintermantel - © Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Was zunächst nach Winteridylle klingt, ist allerdings nicht nur Spaß, denn der Hochschwarzwald ist rau und eisig und so mag es wenig verwundern, dass die richtige Ausrüstung schlussendlich darüber entscheidet, ob man auf einen abenteuerlichen Tag in winterlicher Pracht oder im schlimmsten Fall auf körperliche Unbehaglichkeiten zurückblickt. „Eine Vielzahl der Winterwanderlustigen kommt ohne wirklichen Plan und stellt sich erst vor Ort die Frage, wohin des Weges es eigentlich gehen soll“, erklärt Valerie Bässler vom Haus der Natur auf dem Feldberg und führt aus, dass dies auf Grund der Bedingungen nicht so einfach ist.

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„Wir haben hier zuweilen große Schneemengen und ich muss daher im Vorfeld entscheiden, ob ich auf gewalzten Wegen laufe und vielleicht nur gute Wanderschuhe benötige, oder ob es querfeldein geht und ich ohne Schneeschuhe oder Langlaufskier keine Chance haben werde.“

" Valerie Bässler

Auch das Hochschwarzwälder Wetter im Allgemeinen erweist sich als vielfältig – man möchte es zuweilen sogar als launisch bezeichnen. So mag auf Sonne dichter Nebel folgen, untermalt durch heulende Windböen. „Wer sich für eine Winterwanderung entscheidet, der sollte es der Zwiebel gleichtun und mehrere Lagen Kleidung übereinander anziehen – denn auch im Winter kommt man bergauf ins Schwitzen und nichts ist schlimmer als nasse Kleidung“, weiß Stefan Büchner vom Haus der Natur und rät zu winddichten Jacken: „Gerade der Ostwind ist tückisch. Aus realen -5 Grad Celsius werden dann ganz schnell mal gefühlte -15 Grad Celsius und dann kann aus dem Wanderspaß schnell eine heikle Unternehmung werden.“

So mag auf Sonne dichter Nebel folgen, untermalt durch heulende Windböen.
So mag auf Sonne dichter Nebel folgen, untermalt durch heulende Windböen. - © Luisa Denz

Doch wie sieht das perfekte Outfit für einen Winterwandertag dann demnach aus?

„Es muss nicht zwangsläufig Hightech-Kleidung sein! Wichtiger sind mehrere Schichten, die eine gute Temperaturregulation erlauben“, betonen beide. „Eine warme, winddichte und nach Möglichkeit wasserabweisende Hose (also keine Jeans), feste Schuhe, die über die Knöchel gehen, Handschuhe, Mütze, Sonnenbrille, eine winddichte Jacke und darunter nach Möglichkeit atmungsaktive und wärmende Wäsche.“ Die Experten empfehlen weiterhin die Mitnahme eines 15- bis 20-Liter-Rucksacks – möglichst inklusive wasserdichter Schutzhülle –, der mit folgenden Dingen ausgestattet sein sollte: Ersatzhandschuhe, falls mal einer verloren geht, warmer, gesüßter Tee, eine Rettungsdecke, ein Erste-Hilfe-Set, Sonnencreme und ein Energieriegel.

Für die Mitnahme des Handys hat Stefan Büchner einen besonderen Tipp: „Es empfiehlt sich, das Handy nah am Körper zu tragen und warmzuhalten, da die Kälte den Akku schneller leer werden lässt. Falls man sich verirrt, ist es darüber hinaus sinnvoll, eine App auf dem Handy zu installieren, die die eigenen GPS-Koordinaten anzeigen kann.“ Bauchfreie Tops, Turnschuhe und High Heels sollten hingegen zu Hause bleiben. „Alles schon vorgekommen“, grinst Büchner, der selbst beim Haus der Natur Touren führt.

„Es muss nicht zwangsläufig Hightech-Kleidung sein!
„Es muss nicht zwangsläufig Hightech-Kleidung sein! - © Luisa Denz

Da es oft Familien sind, die sich auf eine Winterwanderung begeben, gilt hier zu beachten, dass Kinder in Tragekraxen extrem schnell auskühlen und daher besonders warm eingepackt werden müssen. Und für die Erwachsenen gilt: „Sollte es dazu kommen, dass die Kleidung nassgeschwitzt ist“, so Büchner aus eigener Erfahrung, „ist es sinnvoller, sich einmal kurz in der Kälte zu entblößen und etwas Trockenes anzuziehen, als den Heldentod zu sterben. Man darf nicht unterschätzen, dass es auch im Hochschwarzwald schon zu Erfrierungen kommen kann.“ Einen kleinen lustigen Insidertipp hat Büchner dabei auch noch auf Lager: Handwärmepads. „Die sehen zwar albern aus, können aber für Menschen, die oft unter kalten Händen leiden, im Zweifelsfall sehr nützlich sein.“ Für Valerie Bässler, die es sportlich liebt, gibt es ein weiteres, wenn auch vielleicht nicht unverzichtbares Accessoire für den Winterwald: die Fingerklingel.

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„Ich bin oft und gerne zügig auf den Langlaufskiern unterwegs und da kann so eine Klingel schon extrem hilfreich sein, wenn sich jemand auf meine Loipenspur verirrt“

" Valerie Bässler
Da es oft Familien sind, die sich auf eine Winterwanderung begeben, gilt hier zu beachten, dass Kinder in Tragekraxen extrem schnell auskühlen und daher besonders warm eingepackt werden müssen.
Da es oft Familien sind, die sich auf eine Winterwanderung begeben, gilt hier zu beachten, dass Kinder in Tragekraxen extrem schnell auskühlen und daher besonders warm eingepackt werden müssen. - © Haus der Natur

Mit der perfekten Ausrüstung steht dem Abenteuer Winterwald schlussendlich nichts mehr im Wege – wobei hier das Stichwort „Wege“ maßgeblich ist. Abgesehen von den Gefahren, die abseits von Wegen drohen, wie beispielsweise Schneebruch, die auch im Schwarzwald an bestimmten Stellen bestehende Lawinengefahr oder schlichtweg die Tatsache, dass man den Heimweg nicht mehr findet, sind es vor allem die Wildtiere, auf die auch abenteuerlustige Winterwaldentdecker Rücksicht nehmen sollten.

„Die Tiere sind im Winter darauf angewiesen, Energie zu sparen. Werden sie aufgescheucht, so verbrauchen sie bei der Flucht so viel Kraft, dass ihnen das im schlimmsten Fall zum Verhängnis wird und sie den Winter nicht überleben“, erklären die Naturexperten und führen aus, dass es zahlreiche geführte Touren und Angebote gibt, die Sorge dafür tragen, dass ein Tag im Winterwald zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, das Freude und vor allem jeden wieder heil nach Hause bringt.

Keine Chance ohne Schneeschuhe oder Langlaufskier
Keine Chance ohne Schneeschuhe oder Langlaufskier - © Luisa Denz

Must-haves für den Winterwald

• Feste, schnürbare Schuhe
• Atmungsaktive, warme und wasserabweisende Kleidung
• Energieriegel
• Warmer, gesüßter Tee
• Rettungsdecke
• Handy, möglichst mit Ersatzakku oder Powerbank
• Erste-Hilfe-Set
• Sonnenmilch und Sonnenbrille
• Mütze
• Handschuhe und Ersatzhandschuhe

Valerie Bässlers Insidertipp für Skiwanderer
• Eine Handklingel

Stefan Büchners Tipp für Frierende
• Handwärmepads

Gut zu wissen

Wer von den Experten nicht nur Tipps zur richtigen Kleidung möchte, sondern auch spannende Infos zur Natur im Schwarzwald, der ist in der Dauerausstellung im Haus der Natur und bei den regelmäßig stattfindenden Führungen bestens aufgehoben. Und auch bei einer geführten Schneeschuhtour, auf Wunsch mit Hütteneinkehr, gibt es viel zu entdecken.

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