Zeit ohne Stunden - Theaterstück von Erika Buhr

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Das Theaterstück „Zeit ohne Stunden“ wurde von Erika Buhr eigens für das Ortsjubiläum von Todtmoos geschrieben. Es handelt vom Doppelmord an den Geschwistern Simon im Todtmooser Ortsteil Prestenberg im Jahre 1920.

Wir schreiben das Jahr 1920, der Erste Weltkrieg ist zu Ende. Im nördlichsten Außenortsteil Todtmoos-Prestenberg leben die Geschwister Johann und Albertine Simon in ihrem...

Das Theaterstück „Zeit ohne Stunden“ wurde von Erika Buhr eigens für das Ortsjubiläum von Todtmoos geschrieben. Es handelt vom Doppelmord an den Geschwistern Simon im Todtmooser Ortsteil Prestenberg im Jahre 1920.

Wir schreiben das Jahr 1920, der Erste Weltkrieg ist zu Ende. Im nördlichsten Außenortsteil Todtmoos-Prestenberg leben die Geschwister Johann und Albertine Simon in ihrem großen steinernen Haus. Für die Geschwister gab es in der Erntezeit eine Riesenarbeit. Während des Ersten Weltkriegs waren Erntehelfer auch auf dem Prestenberg eingesetzt; unter ihnen ein junger, lediger Monteur Max Klinke.

1920 im Juni wurde dieser idyllische Fleck in ganz Deutschland bekannt. Die beiden Geschwister sind zu dieser Zeit ermordet worden.

Albertine Simon wird am 30. Mai 1920 von ihrem aus der Kirche heimkehrenden Bruder Johann erschlagen im Saustall aufgefunden; sie war beraubt worden. Wie ein Lauffeuer ging die Nachricht des gewaltsamen Todes durch den Ort. Die Bewohner gerieten in helle Aufregung. Die Fahndung setzte ein. Die Bewohner des Ortes bekamen ein ständiges Angstgefühl. Wohl jeder fühlte sich von einem unbekannten Mörder bedroht. Gerüchte machten die Runde. Johann Simon stellte eine Haushälterin ein, damit das Haus möglichst zu keiner Zeit unbeaufsichtigt blieb. Doch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen schlug der Mörder ein weiteres Mal zu. Am 19. Juli 1920 nachts um ein Uhr fand die Haushälterin Johann Simon schwer verletzt auf der Kellertreppe liegend. Johann war bewusstlos und wurde in das Spital eingeliefert, wo er einige Tage später verstarb. Dem Mörder fielen insgesamt mehr als 3000 Reichsmark in die Hand, dazu Silbergeld und Kriegsanleihen.

Der Mörder musste die Wohnlichkeit der Geschwister und ihre Lebensweise gut gekannt haben, fand die Polizei heraus. So kam man gleich zur Ansicht, dass der Mörder aus dem Umfeld stammen musste. Schließlich führten alle Spuren zu Max Klinke aus Zell im Wiesental. Nach Lage der Dinge kam nur er für die beiden Raubmorde in Frage.

Wie die Gerichtsakten verraten, fand der Mordprozess am 16. Oktober 1920 vor dem Waldshuter Landgericht statt. Bereits am frühen Morgen des Gerichtstages um 8 Uhr war der Gerichtssaal total überfüllt. Aus ganz Deutschland waren Reporter zur Berichterstattung angereist. Staatsanwalt und Richter überführten den Mörder schließlich innerhalb kurzer Zeit der grauenhaften Tat. 26 Zeugen waren zur Verhandlung vorgeladen. Der Monteur Max Klinke wurde des Raubmordes an Albertine und Johann Simon für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Es war das letzte Todesurteil des Landgerichts Waldshut. Die Hinrichtung wurde am 12. Januar 1921 in Konstanz vollzogen.

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Weitere Informationen zum Termin

Samstag, 22.09.18, 19:00 Uhr
Sonntag, 23.09.18, 15:00 Uhr

Die Kulissen-Bilder sind von Probeaufnahmen und entsprechen nicht dem Original!

http://www.750-jahre-todtmoos-theater.de

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