Die therapeutische Wirkung des Waldbadens

Wir alle kennen die beruhigende, ja fast meditative Wirkung eines Waldspaziergangs. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum der Wald so einen besonderen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Stimmung hat?

Bereits seit den 80er Jahren forschen Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen zu diesem Phänomen und sind dabei mehrfach fündig geworden.

Der schwedische Arzt Roger Ulrich konnte Anfang der 80er Jahre nachweisen, dass Patienten, die einen Baum vor ihrem Krankenzimmer hatten, schneller gesund wurden, als andere denen dieser Ausblick fehlte. Der Umweltpsychologe Marc Berman von der University of Chicago verglich in einer Untersuchung die Baumdichte innerhalb Torontos mit dem Gesundheitszustand der Bewohner. Das Ergebnis war erstaunlich: Je mehr Bäume in der Umgebung, desto geringer war das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter den Bewohnern.

Waldbaden lindert Stress und depressive Stimmungen

Der Aufenthalt im Wald aktiviert den Parasympathikus und reduziert dadurch die Stresshormone Cortisol und Adrenalin. Depressive Stimmungen, Stress und Erschöpfung können so gelindert werden. Positive Gefühle werden gestärkt und so hat Waldbaden auch einen bestärkenden Effekt auf das Selbstwertgefühl.

In Japan gehört Waldbaden daher ganz offiziell zur Gesundheitsvorsorge, denn neben den positiven Auswirkungen auf unser Gemüt kann Waldbaden auch den Blutdruck senken und das Immunsystem stärken. Im grünen Wald schüttet unser Körper vermehrt das Hormon DHEA aus, was unser Herz und unsere Gefäße stärkt. Um die Wirkung des Waldes weiter zu erforschen, gibt es in Japan seit 2012 sogar einen eigenen Forschungszweig, die „Forest Medicine“ - Erholung finden gestresste japanische Großstädter in speziell errichteten Wald-Erholungszentren.

Waldbaden stärkt unser Immunsystem

Einen ganz besonders faszinierenden Effekt des Waldbadens beschreibt der Biologe Clemens Arvay in seinem Buch "Der Biophilia-Effekt": Die Pflanzen im Wald geben chemische Verbindungen, sogenannte Terpene, an die Luft ab, um andere Pflanzen vor Schädlingen und Angreifern zu warnen. Die Terpene sind jedoch nicht nur ein Warnsystem, sondern bewirken zusätzlich, dass das Immunsystem der Pflanzen hochgefahren wird. 

Auch der Mensch empfängt diese Pflanzensignale und auch unser Immunsystem reagiert auf die chemischen Verbindungen. So kommt es, dass unser Blut nach einem Waldspaziergang über etwa 50% mehr weiße Blutkörperchen aufweisen kann, als vor dem Spaziergang. Die Nippon Medical School in Tokyo hat dies in Untersuchungen belegen können und darüber hinaus feststellen können: Die weißen Blutkörperchen sind nicht nur deutlich mehr, sondern auch länger aktiv und bekämpfen neben körperfremden Keimen auch körpereigene Krebszellen. Das erklärt die Beobachtung, dass Menschen, die in der Nähe eines Waldes leben, deutlich seltener an Krebs erkranken als Personen, die keinen Wald in der Nähe haben.

Der Wald hat also mehr als einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit und für einen positiven Effekt reicht bereits ein kürzerer Spaziergang, wie Forscher der University of Essex herausfanden.

Entdecken Sie die einzigartige Heilkraft des Waldes bei uns im Hochschwarzwald.