Echte Kunst-Werke
Was gibt es Schöneres nach einem kalten Wintertag, nach einem Spaziergang im Schnee oder einer Runde in der Loipe, als sich in einer urigen Stube am Kachelofen aufzuwärmen? Auf der Ofenbank – im Hochschwarzwald „Kunst“ oder „Chunscht“ genannt – sitzend, mit einem heißen Tee in der Hand, spürt man diese ganz spezielle, wohlige Wärme langsam in sich aufsteigen. Wirte und Wirtinnen aus vier Gasthäusern erzählen, was sie ganz persönlich mit ihren Kachelöfen verbinden.
Unser alter Kachelofen war einer, wie man ihn früher in vielen Wirtshäusern hatte, mit einfachen, glatten, braunen Kacheln, ohne irgendwelche Verzierungen. Er muss von meinen Vorfahren schon vor 1900 eingebaut worden sein. Irgendwann hat es ihn förmlich zerrissen. Das war 2002. Für uns war klar, dass wir ihn ersetzen. Unser neues Modell hat klassische grüne Kacheln und befindet sich direkt am Stammtisch. Die einen wollen unbedingt dort sitzen, die anderen sagen, das ist mir zu warm. Wie die Geschmäcker halt so sind. Besonders Frauen zieht es an den Ofen. Die frieren halt schneller.
Tour zum Kachelofen:
Winter-Spaziergang von St. Peter, Start am Wanderparkplatz am Campingplatz, nach Sägendobel und zurück über Heizmannsberghäusle: Länge 5,2 km, ca. 1,5 h.
Bei uns gehörte der Kachelofen schon immer dazu. Als mein Opa schwer krank war, legte er sich abends immer drauf, während die Gäste um ihn herum Karten spielten. Irgendwann schlief er ein, und die Leute machten dann irgendwann das Licht aus und gingen heim. Die Wärme half ihm gegen die Schmerzen. 2001 brannte unsere Gaststätte komplett ab. Mit dem neuen Kachelofen wollten wir auch ein Zeichen setzen. Die Gäste sollten spüren, was für eine alte Wirtschaft hier einmal stand. Er befindet sich in unserem Stüble. Auch unser berühmtester Stammgast, Erzbischof Georg Gänswein, hält sich bei seinen Heimatbesuchen gerne dort auf. Am Ofen steht wie früher auch wieder eine Bank. Ein Nickerchen habe ich darauf aber noch nie gemacht.
Tour zum Kachelofen:
Winter-Spaziergang bei Riedern am Wald, Start an der Klosterkirche: Länge 1,8 km, ca. 30 Minuten.
Unser Haus ist knapp vierhundert Jahre alt. Wir nehmen an, dass der Kachelofen gleich eingebaut wurde. Noch heute ist er im Winter und an kalten Tagen täglich in Betrieb. Wir feuern ihn nur morgens einmal richtig ein und dann gibt er den ganzen Tag Wärme ab. Es gibt Gäste, die wollen ausschließlich dort Platz nehmen. Man sitzt auf einer Holzbank. Obenrum ist eine Holzstafette befestigt, an der man früher die Wäsche zum Trocknen aufgehängt hat. Wir haben noch einen kleineren Kachelofen im privaten Stüble, wo sich unsere Mitarbeiter in der Pause aufhalten. Die Wärme kann man nicht vergleichen mit der einer Zentralheizung. Ich finde sie angenehmer.
Tour zum Kachelofen:
Langlauf auf der Langenordnachspur, von Waldau bis Neustadt: Länge 7,6 km.
Unser Kachelofen existiert seit mindestens 150 Jahre. Sein Feuerloch in der Küche ist zwei Meter tief. Der Steigkamin führt hinauf unters Dach zur Speckkammer. Der Ochsen war ja früher ein Bauernhof. Die Kunst war früher Dreh- und Angelpunkt und die einzige Heizung. Heute zünden wir ihn nur noch selten an. Würden wir im Winter mit ihm heizen, säßen die Gäste am Fenster im Pelzmantel, und die am Kachelofen im Bikini. Der bullert enorm. Früher haben die Leute die Temperaturen ganz anders empfunden. Das waren Waldarbeiter. Damals wurde natürlich langsam befeuert, damit er nicht ins Glühen kam. Daraus entstand eine kontinuierliche Wärme. In unserem Kachelofen wurde früher sogar Brot gebacken.
Tour zum Kachelofen:
Langlauf auf der Rotkreuzspur, Start im Ortskern von Saig: Länge 5,9 km, ca. 1,5 h.
Kontakt:
Gasthaus Engel, Sägendobel 18, 79271 St. Peter
Gasthaus Kreuz, Propsteistraße 9, 79777 Ühlingen-Birkendorf
Gasthaus Hirschen Oberes Wirtshaus, Langenordnach 12, 79822 Titisee-Neustadt
Hotel Ochsen, Dorfplatz 1, 79853 Lenzkirch-Saig
Ausführliche Infos mit Karten und GPS-Daten zu allen Winterwanderwegen, Loipen und Schneeschuhtrails unter hochschwarzwald.de/touren.