Deutsche Uhrenstraße

Die Ferienstraße führt durch die eindrucksvolle Landschaft des Schwarzwalds und der Baar, vorbei an hochinteressanten Museen und reizvollen Sehenswürdigkeiten- alles unter dem Motto "Schwarzwälder Uhren".

Die Deutsche Uhrenstraße führt auf einer wunderschönen Strecke durch 25 Orte im Schwarzwald und der Baar und ist als European Route of Industrial Heritage ausgezeichnet.
Dabei kommen Sie unter anderem an bekannten Museen, wie dem Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen oder dem Uhrenindustriemuseum in Villingen-Schwenningen vorbei. Doch auch kleinere Museen, wie das Klostermuseum in St. Märgen oder die verschiedenen Stadtmuseen sind empfehlenswert und erklären den Ursprung und die Geschichte der Schwarzwälder Uhr.

Machen Sie auch einen Abstecher zur weltgrößten Kuckucksuhr in Schonach.
Ein weiteres Highlight sind die Besichtigungen bei den Uhrenherstellern. Hier erfahren Sie wie die Herstellung einer originalen Kuckucksuhr abläuft.
Außerdem finden immer wieder Sonderausstellung und weitere einmalige Veranstaltungen rund um die Schwarzwälder Uhr statt.  

Die Kuckucksuhr

Neben dem Bollenhut und der Kirschtorte ist sie der Inbegriff des Schwarzwaldes. Nachdem bereits Mitte des 18. Jahrhunderts erste Holzräderuhren mit Kuckucksruf entstanden, ist sie erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Markenzeichen geworden.
Dies geschah, weil der Eisenbahn-Architekt Friedrich Eisenlohr 1850 einen neuen Typ von Kuckucksuhr vorstellte. Hierbei versteckte der Architekt das Holzwerk und den Kuckucksruf hinter der Fassade eines Bahnwärterhäuschens mit Ziffernblatt. Ab 1860 entwickelte sich das Fassadenbild der Uhr immer weiter hin zu naturalistischen Schnitzereien mit Buchen- und Eichenlaub sowie Tieren aus heimischen Wäldern.
Bis heute ist die Schwarzwälder Kuckucksuhr ein beliebtes Souvenir „Made in Germany“.

Die Historie der Schwarzwälder Uhr

Wann die Schwarzwälder Uhrenproduktion begann ist unklar. Vermutlich stammen die ersten Uhren aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Aufgrund der Spanischen Erbfolgekriege begann die Uhrenherstellung als eigenes Gewerbe in größerem Umfang aber erst ab 1730.
Im Jahr 1852 begann die Furtwanger Uhrmacherschule mit der Sammlung alter Uhren, welche heute im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen zu finden sind. Die bis heute älteste bekannte Schwarzwalduhr kam 1860 in den besitz der Uhrmacherschule und somit auch in das Uhrenmuseum.
Die Herstellung der Holzuhren erfolgte bis Ende des 19. Jahrhunderts in kleinen Werkstätten, die Teil eines Wohnhauses waren. So gab es um 1840 im mittleren Teil des Schwarzwaldes etwa 1000 Uhrmacherhäuschen mit 5000 Beschäftigten und es entstanden jährlich rund 600.000 Schwarzwälder Holzuhren.
Der große Erfolg und die vergleichsweise günstigen Preise hatten mehrere Gründe- so war z.B. Holz günstiger und leichter zu bearbeiten als Metall. Entscheidend war jedoch die Arbeitsteilung. Für jeden Schritt der Produktion war ein anderer Uhrmacher zuständig. Durch die Spezialisierung als Kettenmacher oder Schildermaler beispielsweise, konnten raffinierte Werkzeuge und Maschinen für jeden einzelnen Arbeitsschritt entwickelt werden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammen mit der Industrialisierung begann ein Strukturwandel von den kleinen Werkstätten hin zu den Uhrenfabriken.
Dies führte auch dazu, dass ab Ende des 19. Jahrhunderts Firmen wie Junghans nach amerikanischem Vorbild neuartige Massenprodukte fertigten.
So deckte der Schwarzwald vor dem Ersten Weltkrieg 60% des Weltexports an Großuhren ab.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts kamen Quarzuhren und Billig-Konkurrenz aus Fernost auf den Markt, weshalb die Schwarzwälder Uhrenindustrie bis auf wenige Reste verschwand. Heutzutage werden die Zahnräder sehr oft in die Medizintechnik oder Informationstechnologie geliefert, wodurch erneut eine Vielzahl an Arbeitsplätzen entstanden ist.

Weitere genaue Informationen zur Route, den Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen gibt es auf der Webseite der Deutschen Uhrenstraße