Zertifiziert: Der Hochschwarzwald ist Nachhaltiges Reiseziel

Der Hochschwarzwald wurde im Februar 2016 vom Land Baden-Württemberg mit dem Siegel „Nachhaltiges Reiseziel“ ausgezeichnet. Es ist das einzige Zertifizierungssystem für Destinationen im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern stärkt die Hochschwarzwald Tourismus GmbH die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit in der Region. Dazu werden Projekte angestoßen und gefördert aus so unterschiedlichen Bereichen wie umweltfreundliche Mobilität, Vermarktung regionaler Erzeugnisse, Sensibilisierung von Gästen für Natur und Umwelt sowie Nachhaltigkeit bei den Gastgebern.

Die Ferienregion Hochschwarzwald hat im Februar 2016 vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg nach einem umfangreichen Auditierungsverfahren das Siegel Nachhaltiges Reiseziel erhalten. Diese Zertifizierung ist als kontinuierlicher Prozess angelegt und erfordert nach drei Jahren eine erneute Prüfung. 2019 wurde die Hochschwarzwald Tourismus GmbH erneut mit dem Siegel ausgezeichnet.

Ziel des Prozesses ist es, eine zukunftsfähige und damit generationengerechte Entwicklung des Tourismus durch konkrete Maßnahmen der Destination und ihrer Partnerbetriebe zu ermöglichen. Deren Umsetzung wird von der gemeinnützigen Zertifizierungsgesellschaft TourCert mit Sitz in Stuttgart überprüft.
Bei der Erfüllung der Zertifizierungskriterien geht es nicht primär darum, als Ferienregion festge-legte Zielmarken zu erreichen, wie etwa die Reduzierung von Emissionen oder des Ressourcen-verbrauchs um einen bestimmten Anteil bis zu einem zuvor definierten Zeitpunkt. Vielmehr soll die Hochschwarzwald Tourismus GmbH als Impulsgeber fungieren, der möglichst viele Akteure in der Ferienregion zur Optimierung ihrer Nachhaltigkeitsleistungen animiert und diese in einem stetigen Prozess vorantreibt. Dabei sollen sowohl die ökologische als auch die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit gestärkt werden. Unterstützt wird die Hochschwarzwald Tourismus GmbH hierbei durch einen interdisziplinären Nachhaltigkeitsrat – bestehend unter anderem aus Vertretern von Gastgewerbe, Verkehrsverbund, Forstverwaltung, Landwirtschaft und Politik.

Umweltschonend und kostenlos unterwegs – mit Elektroauto, E-Bike und dem ÖPNV

Seit vielen Jahren forciert die Hochschwarzwald Tourismus GmbH nachhaltige Projekte und arbeitet dabei eng mit Partnern und Interessengruppen aus Bereichen wie Naturschutz, Wirtschaft und Soziales zusammen. So können Gäste im Hochschwarzwald beispielsweise bequem und umweltschonend ihre Ausflugsziele erreichen: Alle Gastgeber stellen die kostenfreie KONUS-Gästekarte zur Verfügung. Mit ihr kann der gesamte öffentliche Nahverkehr kostenlos genutzt werden. Da die Region hervorragend an das nationale und internationale Bahnnetz angebunden ist, wird Besuchern zudem die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen, sowohl von Gastgebern als auch in Katalogen und Broschüren. Auch bei der Elektromobilität setzt der Hochschwarzwald bereits seit 2015 ein Zeichen – mit dem ersten touristischen E-Carsharing Deutschlands im ländlichen Raum. Feriengäste mit der Hochschwarzwald Card können die mit Ökostrom angetriebenen E-Autos täglich drei Stunden kostenlos nutzen. Für den gleichen Zeitraum stehen mit der Hochschwarzwald Card E-Bikes zum Nulltarif zur Verfügung.

Nachhaltiges Ferienwohnungskonzept und ein Weihnachtsmarkt mit 100% Ökostrom

Um Ferienwohnungen im ländlichen Raum zukunftssicher aufzustellen, wurde im Jahr 2014 die Ferienwohnungsmarke Kuckucksnester – Design Apartments Hochschwarzwald entwickelt, die 2015 mit dem Deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet wurde. Ein ähnliches Konzept wird seit 2019 mit der Restaurantmarke Kuckucksstuben umgesetzt. Hier steht der Erhalt des gastrono-mischen Angebots im ländlichen Raum im Fokus.
Auch bei Veranstaltungen legt die Hochschwarzwald Tourismus GmbH Wert auf Nachhaltigkeit. So wird etwa der Strom für den beliebten Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen, zudem wurde der Stromverbrauch für den Markt in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt. Gleiches gilt für den Papierverbrauch: Die Auflagen der von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH herausgegebenen Broschüren, wie Wander- und Fahrradführer, wurden um jährlich rund 150.000 Exemplare reduziert. Seit 2019 werden zudem alle Printerzeugnisse klimaneutral und soweit möglich auf Umweltpapier gedruckt.

Gleichzeitig sensibilisiert die Tourismus-Organisation Besucher für die Belange des Natur-schutzes und der regionalen Akteure, wie Forst- und Landwirte. Besonders Kinder stehen bei der Vermittlung von Werten wie Umwelt- und Artenschutz im Fokus. Hierzu wurden Naturlehrpfade eingerichtet – zuletzt 2019 der Kuhle(h)rpfad in Lenzkirch-Saig – und Angebote wie der Naturforscherrucksack ins Leben gerufen, mit denen auf spielerische Weise wichtiges Wissen vermittelt werden soll. Innerhalb des Unternehmens gibt es regelmäßig verpflichtende Schulungen für alle Mitarbeitenden, um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu stärken und das Thema fest im Arbeitsalltag der Beschäftigten zu verankern.

Naturräumliche Vorteile und vielfältige Kooperationen mit regionalen Partnern

Durch natürliche Gegebenheiten nimmt die Nachhaltigkeit in der Ferienregion Hochschwarzwald schon immer eine gewichtige Rolle ein. Bereits seit Jahrhunderten wird die Wasserkraft der Gebirgsbäche zur Energiegewinnung genutzt. Heute ist der Schluchsee Teil des größten Wasserkraft-Komplexes in Deutschland. In den zahlreichen unter Schutz stehenden Mooren werden zudem enorme Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 gespeichert. Einen Beitrag zum klimafreundlichen Bauen leistet die in der Region traditionell vorherrschende Holzbauweise. Des Weiteren ist der Hochschwarzwald bekannt für sein Höhenklima mit hervorragender Luftqualität. In den sieben heilklimatischen Kurorten Hinterzarten, Lenzkirch, Schluchsee, Schönwald, St. Blasien, Titisee und Todtmoos verbessert ein wissenschaftlich anerkanntes und therapeutisch anwendbares Klima das Wohlbefinden von Gästen spürbar.

Vielfältige Kooperationen mit Partnern, regionalen Initiativen und Gastgebern stellen ein weiteres wichtiges Standbein der Förderung von Nachhaltigkeit dar. Rund zwei Dutzend Gastgeber und Leistungspartner sind inzwischen von TourCert als nachhaltige Partnerunternehmen zertifiziert und nehmen in punkto Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle in der Region ein, weitere haben den Prozess der Zertifizierung angestoßen oder durchlaufen ihn bereits. Um die Betriebe beim Klimaschutz zu unterstützen, bietet die Hochschwarzwald Tourismus GmbH seit 2021 im Rahmen eines neuen Projekts einen CO2-Check an. Dabei werden – unter Einbeziehung aller Geschäftsbereiche und Zulieferer – die Treibhausgasbilanzen der teilnehmenden Hotels ermittelt und auf Basis des Status quo wirksame Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen identifiziert und Tipps zu deren Umsetzung gegeben.

Darüber hinaus haben sich zahlreiche Gastronomen im Verein der Naturpark-Wirte zusammen-geschlossen, dessen Mitglieder sich die Verwendung von qualitativ hochwertigen, regionalen Produkten auf die Fahnen geschrieben haben. Durch die Kooperation mit lokalen Erzeugern wird die vielfältige, kleinräumig geprägte Landwirtschaft im Hochschwarzwald gestärkt, welche den Erhalt der auch für den Tourismus bedeutsamen Kulturlandschaft gewährleistet.
Eine klima- und ressourcenschonende Energiegewinnung unter starker Einbeziehung der Bürgerschaft ist das Ziel der Bioenergiedörfer Breitnau und St. Peter. In beiden Orten wurden Bürgergenossenschaften gegründet, die mit Hilfe von lokalen Wärmenetzen und umweltfreund-lichen Energieträgern wie Sonne, Wind, Wasser, Holz und Biogas ihre Klimabilanz deutlich verbessert haben. So produziert etwa St. Peter dreimal so viel Strom wie die Gemeinde selbst verbraucht, bei der Wärmeerzeugung liegt die Quote bei rund 80% des Eigenbedarfs.
Mehr Informationen zum Hochschwarzwald als Nachhaltiges Reiseziel unter

www.hochschwarzwald.de/Nachhaltigkeit

Pressekontakt